05. Juli 2026
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50 Jahre Kreis Recklinghausen in der Mathias-Jakobs-Stadthalle (Gladbeck) | Bild: Kreis Recklinghausen, Tim Deffte

Kreis Recklinghausen feiert 50-jähriges Bestehen in heutiger Form

Festakt erinnert an die Gebietsreform – Landrat Klimpel würdigt Menschen und Strukturwandel

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Mit einem Festakt hat der Kreis Recklinghausen am 1. Juli sein 50-jähriges Bestehen in der heutigen Form gefeiert. Anders als viele andere Kreise blickt der Vest-Kreis erst seit 1976 auf seine heutige Struktur zurück. Grund dafür war der erfolgreiche Widerstand der Stadt Gladbeck gegen ihre ursprünglich geplante Eingliederung nach Bottrop.


Die Gebietsreform sah zunächst vor, dass Gladbeck gemeinsam mit Kirchhellen Teil der Stadt Bottrop werden sollte. Gegen diese Regelung legte die Stadt Verfassungsbeschwerde ein – mit Erfolg. Seit dem 1. Juli 1976 gehören dem Kreis Recklinghausen die heute bekannten zehn Städte an.


Zu den Gästen des Jubiläums gehörten unter anderem Landrat Bodo Klimpel, Nordrhein-Westfalens Schulministerin Dorothee Feller, Moderator Manni Breuckmann, der frühere Gladbecker Stadtarchivar Rainer Weichelt sowie zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft.


Für einen besonders emotionalen Auftakt sorgten zwei ehemalige Steiger, die mit Grubenlampen einzogen. Gemeinsam mit der Schützenkapelle Rhade stimmten die Gäste das Steigerlied an. Moderator Manni Breuckmann bekannte anschließend: „Da läuft es mir immer noch den Rücken runter, das hört einfach nie auf.“


Landrat Bodo Klimpel stellte in seiner Ansprache die Menschen der Region in den Mittelpunkt. „Wenn wir heute 50 Jahre Kreis Recklinghausen feiern, dann feiern wir nicht in erster Linie eine Verwaltungsstruktur. Wir feiern die Menschen, die diesen Kreis ausmachen. Wir feiern die Menschen, die den Strukturwandel nicht nur erlebt, sondern stetig gestaltet haben.


In einer Talkrunde ging es anschließend um die Geschichte des Kreises, den Strukturwandel sowie die Identität der Region. Dorothee Feller hob die Verbindung von Industrie und Landwirtschaft sowie das Engagement der Menschen hervor. Bodo Klimpel beschrieb die Einwohner des Kreises als besonders direkt. Für Rainer Weichelt prägen vor allem Kanal, Lippe, Autobahnen und die gemeinsame Arbeitsgeschichte die Identität des Vestes.


Weichelt erinnerte außerdem an die bewegte Geschichte Gladbecks während der Gebietsreform. Die zunächst geplante Eingliederung nach Bottrop sei in der Stadt auf großen Widerstand gestoßen. Nach dem erfolgreichen Gerichtsverfahren sei die damals diskutierte Lösung „Glabotki“ Geschichte gewesen und Gladbeck Teil des Kreises Recklinghausen geblieben.


Auch Bettina Weist, Bürgermeisterin der Stadt Gladbeck, richtete Glückwünsche an den Kreis. Stellvertretend für die Bürgermeister der zehn Städte betonte sie, dass die Kommunen trotz ihrer unterschiedlichen Geschichte vor ähnlichen Herausforderungen stünden – etwa beim Strukturwandel, der Bildung oder der Zukunftsfähigkeit der Region. Zusammenarbeit bedeute dabei nicht den Verlust der eigenen Identität, sondern sei eine Stärke des Kreises.


Mit dem Jubiläum erinnerte der Kreis nicht nur an seine Geschichte, sondern auch an die Entwicklung einer Region, die sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten vom klassischen Bergbau- und Industriestandort zu einem vielfältigen Wirtschafts- und Lebensraum gewandelt hat.


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Autor

Nils Bettinger

Nils Bettinger

Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.