Stadt erläutert Vereinskommunikation – konkrete Fragen bleiben offen
CASNews hakte nach den Aussagen im Bürgerausschuss nach – Antwort der Verwaltung nach rund sieben Wochen
- 04.07.2026 um 13:08
- Castrop-Rauxel
Wie gut sind die Vereine in Castrop-Rauxel eigentlich untereinander und mit der Stadt vernetzt? Diese Frage spielte zuletzt im Bürgerausschuss eine zentrale Rolle. Anlass war ein Antrag der CDU, die eine stärkere Vernetzung der Vereinslandschaft erreichen möchte.
Während der Sitzung hatte Bürgermeister Rajko Kravanja erklärt, die Stadt unterstütze Vereine bereits auf vielfältige Weise. Genannt wurden unter anderem Newsletter, Förderhinweise, Vernetzungsangebote sowie Unterstützung bei Veranstaltungen. Die Aussagen nahmen wir zum Anlass, die bestehenden Strukturen näher zu hinterfragen.
Unsere Anfrage an die Stadtverwaltung umfasste mehrere konkrete Fragen. Unter anderem wollten wir wissen, über welche Kommunikationswege gemeinnützige Vereine informiert werden, ob es einen zentralen Verteiler gibt, nach welchen Kriterien Vereine aufgenommen werden und wie sichergestellt wird, dass auch kleinere oder nicht sportbezogene Vereine tatsächlich erreicht werden.
Nach mehreren Nachfragen erreichte die Redaktion nun eine Antwort der Stadtverwaltung. Zwischen der ursprünglichen Anfrage vom 14. Mai und der Stellungnahme lagen rund sieben Wochen. Die eigentliche Stellungnahme der Verwaltung umfasst lediglich sieben Zeilen.
Darin erklärt die Stadt, Informationen würden vor allem per E-Mail, bei Netzwerktreffen sowie über das Serviceportal bereitgestellt. Zudem existiere ein zentraler Verteiler für gemeinnützige Vereine, der aus den bekannten Vereinen des Vereinsregisters erstellt worden sei. Themen würden zielgerichtet versendet – Sportinformationen beispielsweise ausschließlich an Sportvereine. Als zentrale Ansprechpartnerin für Vereine nennt die Verwaltung die Stabsstelle Bürgerbeteiligung, Sport und Stärkung des Ehrenamtes.
Mit dieser Stellungnahme beschreibt die Stadt grundsätzlich, wie ihre Vereinskommunikation organisiert sein soll. Auf mehrere konkrete Nachfragen unserer Redaktion geht die Antwort jedoch nicht ein.
Hintergrund der Anfrage waren unter anderem Recherchen von CASNews zum Vereinsverzeichnis der Stadt. Dabei fiel auf, dass mehrere seit Jahren bestehende gemeinnützige Vereine dort nicht aufgeführt sind. Vor diesem Hintergrund wollte die Redaktion unter anderem wissen, wie die Stadt sicherstellt, dass auch kleinere oder nicht sportbezogene Vereine tatsächlich erreicht werden, nach welchen Kriterien Vereine in den Verteiler aufgenommen werden und wie die zugrunde liegenden Daten gepflegt werden.
Diese Fragen bleiben in der Stellungnahme unbeantwortet. Auch lässt die Antwort offen, wie die Stadt ihre Vereinsverzeichnisse und Verteiler erstellt, aktualisiert und pflegt. Stattdessen verweist die Verwaltung allgemein darauf, dass alle bekannten gemeinnützigen Vereine eingebunden würden und Informationen an die hinterlegten Ansprechpartner beziehungsweise Vereinsadressen versendet werden.
Die nun vorliegende Stellungnahme beantwortet damit die grundsätzliche Frage, welche Kommunikationswege die Stadt nach eigenen Angaben nutzt. Die konkreten Nachfragen, die sich aus der Diskussion im Bürgerausschuss und den Recherchen der Redaktion ergeben hatten, bleiben dagegen weitgehend offen.
Am Donnerstag (2. Juli) beschäftigte sich auch der Bürgerausschuss erneut mit dem Thema. Die CDU erinnerte an ihren Prüfauftrag zur Einführung eines regelmäßigen Vereinsnetzwerktreffens sowie einer digitalen Vernetzungsplattform und kritisierte, dass hierzu weiterhin keine schriftliche Stellungnahme der Verwaltung vorliege. Ein Vorschlag der CDU, die Beantwortung der offenen Fragen bis zur nächsten Ratssitzung nachzureichen, sei von der Verwaltung als nicht praktikabel zurückgewiesen worden.
Auf Nachfrage von CASNews erklärte die sportpolitische Sprecherin der CDU, Daniela Vogt, man wolle das Thema unabhängig davon weiterverfolgen. Geplant sei eine Umfrage unter den Vereinen. Ziel sei es, neben der Einschätzung der Verwaltung auch die Erfahrungen und Wünsche der Vereine selbst einzubeziehen. Nur wenn die Vereine ihre Bedarfe benennen, könne am Ende ein Angebot entstehen, das sich an den tatsächlichen Anforderungen orientiere.
Die Diskussion um eine stärkere Vernetzung der Vereine dürfte damit auch über den Bürgerausschuss hinaus weitergeführt werden. Während die Verwaltung ihre bestehenden Kommunikationswege erläutert hat, stehen sowohl die schriftliche Beantwortung des CDU-Prüfauftrags als auch die Frage im Raum, wie vollständig die von der Stadt genutzten Vereinsdaten tatsächlich sind und ob alle Vereine mit ihren Informationsangeboten in der Praxis erreicht werden.
Newsletter abonnieren - lokal & zuverlässig
Unser kostenloser Newsletter hält Sie täglich über die wichtigsten Nachrichten aus Castrop-Rauxel auf dem Laufenden - direkt ins E-Mail-Postfach.
Jetzt Newsletter abonnieren
- Quelle(n):
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.
Aktuelle Artikel
Einbrecher erbeuten Schmuck und Bargeld
Wetter
- Castrop-Rauxel
57%
1.79 km/h