DLRG-Rettungsschwimmer aus Castrop-Rauxel im Küsteneinsatz
Castrop-Rauxler DLRG-Mitglieder sicherten in ihrem Urlaub die Strände von Schönhagen und Langeoog – Quallenplage sorgte für zahlreiche Einsätze
- 22.07.2026 um 12:55
- Castrop-Rauxel
Ehrenamtliche Rettungsschwimmer der DLRG-Kreisgruppe Castrop-Rauxel waren in der vergangenen Woche erneut an deutschen Küsten im Einsatz, um für die Sicherheit von Badegästen zu sorgen. Vom 11. bis 18. Juli 2026 sicherten Andreas Neuhaus, Stefan Wegemann, Jasmin Stasker, Karam Qarqash, Dennis Nickel und Frederike Döing den Strand von Schönhagen. Das Team aus Castrop-Rauxel ist dort bereits seit mehreren Jahren jeden Sommer für eine Woche im Wachdienst aktiv.
Im gleichen Zeitraum war Chris Janouschkowetz (29) im Wasserrettungsdienst auf Langeoog im Einsatz. Im Rahmen des Zentralen Wasserrettungsdienstes Küste (ZWRDK) versah er dort zusammen mit acht weiteren Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern aus ganz Deutschland seinen Dienst. Die Wasserrettung wurde durch drei Wachtürme sichergestellt, die jeweils mit drei Wachgängerinnen und Wachgängern besetzt waren, koordiniert von einem Wachführer.
Wie Janouschkowetz berichtet, zeigte sich die Vielfalt der Aufgaben bereits bei einem seiner ersten Einsätze: Ein Seehund hatte sich zum Ausruhen am Strand niedergelegt, zahlreiche Urlauber wollten sich dem Tier nähern oder gingen von Hilfebedarf aus. Die Wachmannschaft sicherte den Bereich ab und klärte die Badegäste darüber auf, dass Seehunde regelmäßig an den Stränden der Nordsee ruhen und nicht gestört werden dürfen.
Den größten Teil der Einsätze machten in dieser Woche jedoch Erste-Hilfe-Leistungen nach Quallenkontakten aus. Aufgrund der Wetterlage und der vorherrschenden Strömungen wurden nach Angaben von Janouschkowetz außergewöhnlich viele Quallen, insbesondere Feuerquallen, in die Badebereiche getrieben. Allein am Montag habe die Wachmannschaft an den drei Wachtürmen zusammen rund 100 Mal Erste Hilfe wegen Quallenkontakten geleistet. Auch an den folgenden Tagen sei das Einsatzaufkommen auf hohem Niveau geblieben. In einigen Fällen sei es zu stärkeren allergischen Reaktionen gekommen, sodass der Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Versorgung nachalarmiert werden musste.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit war die Prävention. Die vorgelagerte Sandbank stellt auf Langeoog eine erhebliche Gefahrenstelle dar, da sowohl die Entfernung als auch die Kraft der Gezeitenströmungen häufig unterschätzt werden. Zwischen Insel und Sandbank verlaufen sogenannte Priele, tiefere Wasserläufe mit teils starken Strömungen, die sich durch Ebbe und Flut ständig verändern. Die Wachmannschaft beobachtete täglich mehrere Badegäste, die versuchten, die Sandbank schwimmend oder watend zu erreichen, und sprach sie regelmäßig auf die damit verbundenen Risiken an.
Besonders eindrucksvoll sei für Janouschkowetz eine Situation während einer Patrouillenfahrt mit dem Rettungskanu gewesen: Ein Vater war mit seiner etwa sechs- bis siebenjährigen Tochter an der Hand durchs Wasser in Richtung Sandbank unterwegs, während ihm das Wasser bereits bis zur Brust reichte. Nach einem Gespräch über die Gefahren durch Entfernung, Priele und Strömungen habe sich der Vater entschieden, umzudrehen und zum Strand zurückzukehren.
Der Rettungswachdienst an den Küsten wird von den DLRG-Mitgliedern freiwillig und ehrenamtlich in ihrer Freizeit geleistet. Alle Beteiligten aus Castrop-Rauxel haben dafür eine Woche ihres Jahresurlaubs aufgewendet. Als Entschädigung wird eine Unterkunft gestellt sowie ein kleines Taschengeld gezahlt. In Schönhagen und auf Langeoog musste sich die Wachmannschaft selbst verpflegen, weshalb zusätzlich ein Verpflegungsgeld gezahlt wird. An anderen Wachabschnitten, etwa in Scharbeutz, organisiert die Kurverwaltung die Verpflegung zentral.
Zum Wachdienst an den Küsten kann sich melden, wer mindestens 16 Jahre alt ist und den Rettungsschwimmschein in Silber abgelegt hat.
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Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.
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