16. Mai 2026
Image
Hier hat die Telekom kürzlich eine Telefonsäule abgebaut | Bild: CASNews Media / Nils Bettinger

Telefonsäulen verschwinden aus dem Stadtbild

Telekom erklärt Rückbau – auch in Castrop-Rauxel geht der Abbau weiter

Newsletter abonnieren - lokal & zuverlässig

Unser kostenloser Newsletter hält Sie täglich über die wichtigsten Nachrichten aus Castrop-Rauxel auf dem Laufenden - direkt ins E-Mail-Postfach.

Jetzt Newsletter abonnieren

Werbung

Am Simon-Cohen-Platz und am Münsterplatz sind sie bereits verschwunden: Die letzten öffentlichen Telefonsäulen in der Castroper Innenstadt werden derzeit abgebaut. Was für viele Passanten überraschend kam, ist Teil eines bundesweiten Prozesses, der schon vor einigen Jahren begonnen hat.


Wie die Deutsche Telekom auf Anfrage von CASNews mitteilt, wurde der Betrieb der öffentlichen Telefonzellen bereits im Jahr 2023 eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt gab es bundesweit noch rund 12.000 Standorte. Seitdem läuft der Rückbau – Schritt für Schritt.


Dass dieser Prozess länger dauert als erwartet, hat mehrere Gründe. Der Abbau ist technisch und organisatorisch aufwendig: Bevor eine Telefonsäule entfernt werden kann, muss sie zunächst vom Stromnetz getrennt werden. Dafür sind in vielen Fällen Tiefbauarbeiten notwendig, die von Energieversorgern durchgeführt werden.


Erst danach können die eigentlichen Rückbauarbeiten beginnen. Auch hier sind Genehmigungen erforderlich, etwa für Aufgrabungen oder Verkehrsregelungen. Je nach Standort müssen unterschiedliche Vorgaben der Kommunen berücksichtigt werden. In dicht bebauten Bereichen kommen zusätzliche Abstimmungen hinzu.


Die Telekom betont, dass der Rückbau dennoch vorankommt: Bundesweit ist bereits der Großteil der alten Telefonzellen verschwunden. Die verbleibenden Standorte befinden sich häufig an besonders sensiblen oder stark frequentierten Orten, was den Abbau zusätzlich erschwert.


Konkrete Zahlen für Castrop-Rauxel nennt das Unternehmen zwar nicht. Klar ist jedoch: Auch hier schreitet der Abbau sichtbar voran. Ob und wie viele Telefonsäulen noch im Stadtgebiet stehen, dürfte sich in den kommenden Monaten weiter verändern.


Die Entwicklung ist Teil eines grundlegenden Wandels: Mit dem Smartphone trägt heute nahezu jeder seine eigene „Telefonzelle“ bei sich. Parallel dazu wurde das Mobilfunknetz in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut. Nach Angaben der Telekom ist die Bevölkerung im Kreis Recklinghausen inzwischen nahezu flächendeckend mit dem modernen 5G-Standard versorgt.


Der Blick richtet sich damit klar nach vorn: Während die letzten Relikte der alten Infrastruktur verschwinden, investiert die Telekom weiter in leistungsfähige Netze. Für das Stadtbild bedeutet das vor allem eines: Die klassischen Telefonzellen gehören endgültig der Vergangenheit an.


Bildergalerie (3 Bilder)

  • Quelle(n):

Autor

Nils Bettinger

Nils Bettinger

Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.