16. Juni 2026
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Die aktuelle Verkehrsführung: Erst hü, dann hott, dann Baken | Bild: CASNews Media / Nils Bettinger

Erst Verwarngelder, dann Baken am Altstadtring

Polizei ahndet Fahrten über Sperrfläche, Verkehrsführung sorgt weiter für Diskussionen

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Die umstrittene neue Verkehrsführung am Altstadtring in Castrop-Rauxel beschäftigt inzwischen auch die Polizei. Nachdem CASNews bereits über die neue Fahrbahnmarkierung und die daraus entstandene Verunsicherung vieler Verkehrsteilnehmer berichtet hatte, bestätigte die Polizei nun, dass Autofahrer an der Stelle kontrolliert und teilweise mit einem Verwarngeld belegt wurden.


Bereits Anfang Juni hatte CASNews in dem Artikel „Neue Markierung sorgt für Verwirrung“ über die veränderte Verkehrsführung am Altstadtring berichtet. Seitdem beobachten zahlreiche Verkehrsteilnehmer, dass die neue Regelung nicht von allen verstanden oder beachtet wird.


Auslöser für eine erneute Nachfrage der Redaktion war der Hinweis eines Lesers, der am Montagmorgen Polizeibeamte an der betreffenden Stelle beobachtet hatte. Auf Anfrage von CASNews erklärte die Polizei, dass der Verkehrsdienst dort zwar regelmäßig tätig sei, allerdings in erster Linie zur Geschwindigkeitsüberwachung. Auf dem betroffenen Abschnitt gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.


Nach Angaben der Polizei wurden bei der Kontrolle innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Der schnellste gemessene Fahrer war demnach mit 63 km/h unterwegs und damit mehr als doppelt so schnell wie erlaubt.


Darüber hinaus kontrollierten die Beamten jedoch auch einzelne Autofahrer, die über eine gesperrte Fahrbahnfläche gefahren waren. Diese Fläche trennt die rechte Spur von der linken Fahrspur und soll die Verkehrsteilnehmer auf die neue Verkehrsführung lenken. Wer die Sperrfläche dennoch überfährt, muss nach Angaben der Polizei mit einem Verwarngeld rechnen.


Die Polizei sieht dabei keinen Widerspruch in der aktuellen Beschilderung. Nach Rücksprache mit dem Verkehrsdienst teilte die Pressestelle mit, die neue Verkehrsregelung sei zwar anders als zuvor, aber aus Sicht der Beamten ausreichend verständlich und eindeutig gekennzeichnet.


Vor Ort zeigt sich jedoch weiterhin ein anderes Bild. Auch am Montag war zu beobachten, dass zahlreiche Verkehrsteilnehmer die neue Spurführung nicht wie vorgesehen nutzten. Nach Beobachtungen der CASNews-Redaktion betraf dies nicht nur Autofahrer, sondern teilweise auch Busse des öffentlichen Nahverkehrs.


Offenbar wurde auf die anhaltenden Missverständnisse inzwischen reagiert. Im Laufe des Tages wurden auf der Fahrbahn zusätzliche Leitbaken aufgestellt. Diese führen den Verkehr nun deutlich sichtbarer nach links und verhindern zugleich, dass Fahrzeuge die markierte Sperrfläche ohne Weiteres überfahren können.


Ganz verschwunden ist die Verwirrung damit allerdings nicht. Während ein temporär aufgestelltes Verkehrszeichen eindeutig darauf hinweist, dass die rechte Spur auf die linke Fahrspur geführt wird, vermittelt das unmittelbar dahinter befindliche Parkleitsystem weiterhin einen anderen Eindruck. Dort wird nach wie vor angezeigt, dass die rechte Spur in Richtung Lönsstraße führt. Ein Schild vorher wird die rechte Spur Richtung "Herne", bzw. "Zentraum / Altstadt" ausgewiesen.


Für ortskundige Autofahrer, die die frühere Verkehrsführung gewohnt sind, entsteht dadurch eine Situation, die zumindest auf den ersten Blick widersprüchlich wirken kann. Die nun aufgestellten Leitbaken machen die gewünschte Fahrtrichtung zwar deutlich erkennbarer, an der unterschiedlichen Aussage von Baustellenbeschilderung und Parkleitsystem hat sich bislang jedoch nichts geändert.


Ob weitere Anpassungen an der Verkehrsführung geplant sind oder ob es Abstimmungen mit dem zuständigen Straßenbaulastträger gibt, ließ die Polizei auf Nachfrage offen. Fest steht jedoch: Wer die Sperrfläche überfährt, muss damit rechnen, von der Polizei angehalten zu werden – und ein Verwarngeld zu zahlen.


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Autor

Nils Bettinger

Nils Bettinger

Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.