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Autorin Pia Lüddecke und ihr Mann, der Musiker Ernest, bringen begleitend zu Pias Roman "Das Ende der Nacht" ein Livehörspiel mit Romanausschnitten auf die Bühne. Premiere feiert es am 3. Oktober auf Schloss Bladenhorst. | Bild: Theresa Sprakel

Ein Faible fürs Unheimliche

Das Ende der Nacht: Autorin Pia Lüddecke und Musiker Ernest präsentieren Livehörspiel auf Schloss Bladenhorst

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„Ich mochte Geschichten am Lagerfeuer und habe mir auch selbst welche ausgedacht. Im Urlaub in Norwegen gab es eine Insel, die man nur mit dem Schlauchboot erreichen konnte. Ich erfand die Geschichte von der grauen Frau, die aus dem Wasser kommt, und habe mich selbst am allermeisten gegruselt“, blickt Pia Lüddecke (45) lächelnd auf ihre Kindheit zurück. Schon früh zeichnete sich ihr Faible für Gruselgeschichten ab, und es verwundert daher nicht wirklich, dass aus dieser Faszination mehr wurde: 2016 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Der schwarze Teufel“ im Ventura Verlag, vier weitere folgten bisher. Ihr jüngster Roman, „Das Ende der Nacht“, erschien am 1. März im Verlag Edition Outbird. Romanausschnitte werden am 3. Oktober mit einem düster-rockigen Livehörspiel im Schloss Bladenhorst präsentiert – und auch das kommt nicht von ungefähr.


Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Musiker Ernest, lebt die gebürtige Recklinghäuserin Pia Lüddecke seit rund dreieinhalb Jahren auf Schloss Bladenhorst. „Für die Inspiration kann man sich keinen besseren Ort vorstellen, und außerdem soll es hier ja spuken“, sagt die Autorin. Gesichtet hat sie die weiße Frau bis dato (noch) nicht. Ob die nächtlichen Geräusche auf dem Dachboden von ihr stammen? Ungewiss. Die Atmosphäre ihres Zuhauses fließt jedenfalls in ihre Romane ein – aber nicht nur. Alte Fabrikhallen, Lost Places, kleine Wäldchen oder der „morbide Ruhrgebietsschick“ inspirieren Pia Lüddecke. „Meine Romane haben bisher immer im Ruhrgebiet gespielt, Schauplätze waren Bochum und Herne. Das ist auch bei ‚Das Ende der Nacht‘ der Fall, allerdings lasse ich hier bewusst offen, wo im Ruhrgebiet die Geschichte angesiedelt ist.“


"Sanfter Horror" und Initialzündung


Welche Art Gruselgeschichten schreibt Pia Lüddecke? Und gibt es jedes Mal eine Art Initialzündung für eine Geschichte? „Ich würde meine Romane als sanften Horror beschreiben. Die Geschichten haben Horrorelemente, aber es ist kein Gemetzel. Ich orientiere mich an klassischen Gespenstergeschichten und wähle ein modernes Setting. Die Schauplätze haben einen morbiden Charme. Bei ‚Das Ende der Nacht' gibt es zudem Krimielemente, die dann ins Übernatürliche gipfeln.“


Eine ausschlaggebende Idee


Das Romanschreiben sei für sie ein „Eintauchen in fremde Welten, und ich bin dann in einem totalen Tunnel.“ Sie habe bisher immer eine ausschlaggebende Idee gehabt und dann um diese Idee herum eine Geschichte „gestrickt“. Bei ihrem jüngsten Roman brachte eine Radioreportage über Leute, die nachts spazieren gehen, den Stein ins Rollen. „Drumherum entstand dann die Krimi- und Gespensterhandlung“, erklärt Pia Lüddecke. Lesen, hören, sehen, träumen: Ihre Geschichten seien das Ergebnis von ganz unterschiedlichen Einflüssen. Und ja, es könne in der Tat passieren, dass sie im Schlaf gute Ideen bekomme, verrät die Autorin.


Auch privat liest sie gern Geschichten, die in der realen Welt beginnen und dann ins Unheimliche abdriften. Unter anderem sind Stephen King, Gothic Novels oder auch einige Psychothriller in Pia Lüddeckes Bücherregal zu finden.


Verbrechen an verfallener Chemiefabrik


Im Mittelpunkt ihres neuesten Buches steht die Aushilfsjournalistin Nuri Ramoska. Sie hat ein Faible für morbide Themen und läuft nachts zur Höchstform auf. Dann wird auf dem Gelände einer verfallenen Chemiefabrik eine verstümmelte Frauenleiche gefunden, und das Verbrechen geht ihr näher, als sie sich eingesteht. Ist der Fabrikmörder aus den Neunzigerjahren zurück? Was hat es mit den Gerüchten von einem Fluch auf sich? Und welche Rolle spielt Viktor Lux, der undurchsichtige Erbe der Pharmafirma Lux Enterprises?


Steckt etwas von Nuri Naroska in Pia Lüddecke, die hauptberuflich als Redakteurin beim Stadtmagazin arbeitet? Anders als ihre Protagonistin Nuri habe sie etwas Angst im Dunkeln. „Es fasziniert mich, aber ich bin sehr vorsichtig“, verrät sie.


Livehörspiel


Wenn sie an einem neuen Roman arbeite, schreibe sie hauptsächlich am Wochenende oder zu Urlaubszeiten. Einen bereits veröffentlichten Roman bei einem Livehörspiel zu präsentieren, sei noch einmal eine andere Art von Arbeit. „Es ist ein Prozess. Man wählt Szenen aus, die sich eignen, und passt den Text an. Zusammen mit meinem Mann, der Musiker ist, lesen wir mit verteilten Rollen und proben es wie ein Theaterstück. Mein Mann komponiert die Musik zu den Szenen und spielt ebenso Hörspielsounds, wie zum Beispiel Schritte, ein.


Das Ergebnis können sich Zuschauer am 3. Oktober um 19:30 Uhr im Rittersaal auf Schloss Bladenhorst ansehen bzw. anhören. Einlass ist um 19 Uhr. „Wenn man ankommt, ist es dunkel. Die Laternen und der Nebel über den Feldern sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre“, weiß Pia Lüddecke. Verbindliche Anmeldungen für das Livehörspiel werden per Mail an moehrke@schlossbladenhorst.de entgegengenommen. Die Karten an der Abendkasse kosten 15 Euro.


Wird denn das Schloss Bladenhorst irgendwann zum Schauplatz eines ihrer Romane? „Es gibt bereits eine Idee für eine Geschichte, die auf einem Schloss spielt“, verrät Pia Lüddecke. Was aus der Idee geworden ist, wird man in Zukunft lesen …


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  • Quelle(n):

Autor

Nina Möhlmeier

Nina Möhlmeier

Freie Mitarbeiterin

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