Zehn neue Stolpersteine geplant
Aktionsbündnis erinnert am 11. Juni an weitere Opfer des Nationalsozialismus in Castrop-Rauxel
- 04.06.2026 um 11:34
- Castrop-Rauxel
In Castrop-Rauxel werden am Donnerstag, 11. Juni 2026, zehn weitere Stolpersteine verlegt. Das Aktionsbündnis Stolpersteine Castrop-Rauxel lädt Bürger dazu ein, an den Gedenkveranstaltungen teilzunehmen und gemeinsam an Menschen zu erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden.
Die Veranstaltung beginnt um 12 Uhr an der Münsterstraße 1 vor der City-Apotheke in der Altstadt. Dort sind eine Begrüßung, Grußworte der stellvertretenden Bürgermeisterin Katrin Lasser-Moryson sowie eine historische Einordnung durch Stadtarchivar Thomas Jasper vorgesehen.
Anschließend werden die ersten Stolpersteine für Mitglieder der Familie Kleczewski verlegt. Weitere Verlegungen folgen danach an verschiedenen Orten im Stadtgebiet.
Mit den neuen Gedenksteinen wächst die Zahl der Stolpersteine in Castrop-Rauxel weiter an. Seit dem Jahr 2010 wurden nach Angaben des Aktionsbündnisses bereits 65 Stolpersteine in der Stadt verlegt. Jeder einzelne erinnert an ein individuelles Schicksal und macht die Lebensgeschichten der Opfer wieder im öffentlichen Raum sichtbar.
Die Stolpersteine sind Teil eines europaweiten Erinnerungsprojekts des Künstlers Gunter Demnig. Die Messingtafeln werden jeweils vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnort der Betroffenen in den Gehweg eingelassen. Sie sollen Passanten dazu anregen, innezuhalten und sich mit den Schicksalen der Verfolgten auseinanderzusetzen.
Insgesamt werden am 11. Juni Stolpersteine für Angehörige der Familien Marcusson, Marx und Kleczewski verlegt. Darüber hinaus erinnert ein weiterer Stein an Helene Trocks, die während der NS-Zeit als „asozial“ stigmatisiert, verfolgt und in Konzentrationslagern inhaftiert wurde.
Die Verlegestellen befinden sich an der Herner Straße 23, der Herner Straße 17, der Münsterstraße 1 sowie am Stahlskamp 9.
Das Aktionsbündnis ruft die Bürger dazu auf, die Verlegung zu begleiten und damit ein Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und Menschlichkeit zu setzen. Gerade in einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen der nationalsozialistischen Verbrechen nicht mehr selbst berichten können, komme der lokalen Erinnerungskultur eine besondere Bedeutung zu.
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Jetzt Newsletter abonnierenAutor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
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