17. Juni 2026
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die drei zuerst verlegten Stolpersteine | Bild: Yvonne Wittenbreder-Molloisch

Zehn neue Stolpersteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus

Aktionsbündnis verlegt weitere Gedenksteine in der Altstadt und in Ickern – Insgesamt nun 75 Stolpersteine in Castrop-Rauxel

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Mit der Verlegung von zehn weiteren Stolpersteinen hat das Aktionsbündnis Stolpersteine Castrop-Rauxel die Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus im Stadtgebiet weiter sichtbar gemacht. Die Gedenksteine wurden am Donnerstag, 11. Juni 2026, unter Beteiligung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger an mehreren Standorten verlegt.

Wir haben vor 16 Jahren angefangen und haben bisher 65 Steine verlegt. Mit den 10 Steinen heute können wir wieder 10 Menschen in Erinnerung bringen, die Opfer der Herrschaft des Nationalsozialismus wurden“, erklärte die Koordinatorin des Aktionsbündnisses, Yvonne Wittenbreder-Molloisch. Die Finanzierung der Stolpersteine erfolgte vollständig über Spenden.

Gedenken an die Familie Kleczewski


Gemeinsam mit Stadtarchivar Thomas Jasper wurden zunächst drei Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnhaus der jüdischen Familie Kleczewski an der Münsterstraße 1 verlegt. Die Steine erinnern an Samuel Kleczewski, der nach seiner Inhaftierung im Konzentrationslager Sachsenhausen nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet wurde, an Gertrud Kleczewski, die über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert wurde und dort starb, sowie an Edith Kleczewski, die 1938 nach England fliehen konnte.


Der Kantor der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, Isaac Tourgman, sprach bei der Verlegung von der Hoffnung, dass eines Tages wieder eine eigene jüdische Gemeinde in Castrop-Rauxel entstehen könnte. Anschließend sprach Rabbiner Michael Kogan das Kaddisch-Gebet zum Gedenken an die Verstorbenen.

Weitere Stolpersteine in der Altstadt


An der Herner Straße 23 erinnern vier neue Stolpersteine an die Familie Marcusson. Iwan, Henny, Ludwig und Grete Marcusson flohen vor der Verfolgung in die Niederlande, wurden dort interniert und später in die Vernichtungslager Sobibor beziehungsweise Auschwitz deportiert und ermordet.

An der Herner Straße 17 wurden zwei weitere Stolpersteine für Ludwig Marx und Gertrud Marx verlegt. Während Ludwig Marx nach Deportationen über Theresienstadt nach Auschwitz ermordet wurde, überlebte Gertrud Marx die Verfolgung und wurde befreit.

Erinnerung an Helene Trocks in Ickern


Die letzte Verlegung des Tages fand in Ickern an der Adresse Im Stahlskamp 9 statt. Dort erinnert nun ein Stolperstein an Helene Trocks, die von den Nationalsozialisten als „asozial“ stigmatisiert, verhaftet und über die Konzentrationslager Ravensbrück und Uckermark verfolgt wurde. Sie wurde am 13. Oktober 1944 ermordet.

Mit den nun verlegten Steinen gibt es in Castrop-Rauxel insgesamt 75 Stolpersteine, die an Menschen erinnern, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden. Sie halten ihre Namen und Schicksale im öffentlichen Raum lebendig und mahnen zugleich gegen das Vergessen.

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Bildergalerie (2 Bilder)

  • Quelle(n): Yvonne Wittenbreder-Molloisch

Autor

Jannis Harwig

Jannis Harwig

Redakteur