SPD Castrop-Rauxel will lokale Gesundheitsversorgung langfristig neu aufstellen
Ärztemangel, Krankenhausreform und mehr ambulante Versorgung: Partei fordert Bestandsaufnahme und gemeinsame Strategie
- 10.09.2026 um 17:14
- Castrop-Rauxel
Wie gut ist Castrop-Rauxel auf die Veränderungen im Gesundheitswesen vorbereitet? Mit dieser Frage will sich die SPD intensiver beschäftigen. Die Partei fordert, die gesundheitliche Versorgung in der Stadt langfristig abzusichern und vorhandene medizinische, pflegerische und soziale Angebote stärker miteinander zu vernetzen.
Hintergrund sind nach Angaben der SPD mehrere Entwicklungen, die sich zunehmend auch auf die Versorgung vor Ort auswirken können. Dazu zählen der Ärztemangel, die demografische Entwicklung, die Krankenhausreform sowie die zunehmende Verlagerung medizinischer Leistungen aus den Krankenhäusern in den ambulanten Bereich. Zunächst soll deshalb untersucht werden, welche konkreten Folgen diese Veränderungen für Castrop-Rauxel haben.
Auf Grundlage dieser Bestandsaufnahme soll anschließend eine gemeinsame Strategie für die künftige gesundheitliche Versorgung in der Stadt entwickelt werden. Dabei geht es der SPD ausdrücklich nicht nur um Arztpraxen und Krankenhäuser. Auch Prävention, Gesundheitsförderung, Pflegeberatung und soziale Unterstützungsangebote sollen in den Blick genommen werden.
„Gesundheitsversorgung beginnt nicht erst an der Tür einer Arztpraxis oder eines Krankenhauses“, erklärt Petra Lückel, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Generationen, Inklusion und Diversität. Gerade wenn das Gesundheitssystem komplizierter werde, müssten die Menschen wissen, wo sie Hilfe bekommen und an wen sie sich wenden können. Vorhandene Angebote sollten deshalb besser miteinander verbunden werden.
Ein möglicher Baustein könnte nach den Vorstellungen der SPD ein Gesundheitskiosk sein. Dabei handelt es sich um eine niedrigschwellige Anlaufstelle, die Menschen beispielsweise bei Fragen zu Prävention, Pflege sowie bestehenden medizinischen und sozialen Angeboten Orientierung geben könnte. Festgelegt ist dieses Modell allerdings ausdrücklich noch nicht.
Vielmehr soll geprüft werden, welche Angebote für Castrop-Rauxel tatsächlich sinnvoll sind und an welchen Stellen bereits bestehende Strukturen gestärkt oder besser miteinander verzahnt werden können. Im Mittelpunkt steht damit zunächst eine Analyse des tatsächlichen Bedarfs und nicht die Einführung eines bereits feststehenden neuen Angebots.
Besondere Aufmerksamkeit sollen dabei Menschen erhalten, für die der Zugang zum Gesundheitssystem heute bereits schwieriger ist. Die SPD nennt unter anderem ältere Menschen, Familien, chronisch Erkrankte sowie Menschen mit sprachlichen oder sozialen Barrieren.
Auch die Finanzierung möglicher Maßnahmen soll von Beginn an Bestandteil der Prüfung sein. Untersucht werden sollen Fördermöglichkeiten von Land, Bund und Europäischer Union. Darüber hinaus soll geklärt werden, ob sich gesetzliche Krankenkassen oder weitere Partner an entsprechenden Angeboten beteiligen könnten.
„Wir können die großen Veränderungen im Gesundheitssystem nicht auf kommunaler Ebene lösen“, betont Lückel. Castrop-Rauxel könne sich aber darauf vorbereiten und die Handlungsmöglichkeiten nutzen, die vor Ort bestehen. Ziel sei eine Gesundheitsversorgung, die auch künftig wohnortnah und für alle Menschen erreichbar bleibe.
Die Ergebnisse der Untersuchung sollen anschließend als Grundlage für weitere politische Entscheidungen zur Gesundheitsversorgung in Castrop-Rauxel dienen. Damit steht zunächst nicht die Entscheidung über einzelne Projekte an, sondern die Frage, welche Versorgungsstrukturen die Stadt in den kommenden Jahren benötigt und wie diese sinnvoll miteinander verbunden werden können.
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- Quelle(n):
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
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