Regionalpakt für Hochwasserschutz: Castrop-Rauxel macht den Anfang
Land, Kommunen und Wasserverbände vereinbaren engere Zusammenarbeit – Emscher-Lippe-Region ist Vorreiter in Nordrhein-Westfalen
- 07.07.2026 um 17:28
- Castrop-Rauxel
Mit der Unterzeichnung des ersten Regionalpakts für Hochwasserschutz in Nordrhein-Westfalen haben das Land, Kommunen und Wasserverbände ihre Zusammenarbeit in der Emscher-Lippe-Region weiter ausgebaut. Die Vereinbarung wurde am Montag (6. Juli) an den Emscher-Auen in Castrop-Rauxel unterzeichnet.
Zu den Unterzeichnern gehörten unter anderem NRW-Umweltminister Oliver Krischer, der Vorstandsvorsitzende von Emschergenossenschaft und Lippeverband, Prof. Dr. Uli Paetzel, sowie Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja. Insgesamt beteiligten sich rund 30 Vertreter aus Kommunen, Kreisen, Bezirksregierungen, Wasserverbänden und dem Land. Weitere Kommunen schlossen sich dem Pakt an oder hatten bereits im Vorfeld digital unterzeichnet.
Der Regionalpakt baut auf dem landesweiten „Pakt für Hochwasserschutz“ auf, der Anfang des Jahres geschlossen wurde. Ziel ist es, Hochwasserschutz künftig stärker über Gemeinde- und Behördengrenzen hinweg zu planen und umzusetzen. Die Emscher-Lippe-Region übernimmt dabei eine Vorreiterrolle. Weitere Regionalpakte sollen in den übrigen Flusseinzugsgebieten Nordrhein-Westfalens folgen.
„Dieser Pakt ist unser gemeinsames Versprechen an die Menschen an Emscher und Lippe: Wir arbeiten beim Hochwasserschutz über alle Stadt- und Behördengrenzen hinweg zusammen.“, sagte Umweltminister Oliver Krischer. Nur so könnten abgestimmte Lösungen entlang ganzer Flüsse und Einzugsgebiete umgesetzt werden.
Im Mittelpunkt der Vereinbarung stehen fünf gemeinsame Ziele: Die Partner wollen Flussgebiete als Einheit betrachten, Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen, Flächen für künftige Rückhalteräume sichern, digitale Werkzeuge für Planung und Warnung nutzen sowie die Eigenvorsorge der Bürger stärken.
Dem Regionalpakt ist eine Maßnahmenliste mit 28 Projekten beigefügt. Dazu gehören unter anderem die Ertüchtigung der Emscher-Deiche in Oberhausen sowie die ökologische Verbesserung des Herringer Bachs in Hamm. Weitere Projekte sollen in den kommenden Jahren folgen.
Prof. Dr. Uli Paetzel verbindet mit der Vereinbarung die Hoffnung auf schnellere Fortschritte beim Hochwasserschutz. Er erwartet unter anderem Erleichterungen bei der Flächenverfügbarkeit, eine Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine einfachere Bereitstellung von Fördermitteln. Der Regionalpakt müsse nun auch in der Praxis Wirkung entfalten.
Als Veranstaltungsort wurde bewusst Castrop-Rauxel gewählt. Die Emscher-Auen an der Stadtgrenze zu Dortmund bilden mit einem Rückhaltevolumen von rund 1,1 Millionen Kubikmetern das größte Hochwasserrückhaltebecken der Emschergenossenschaft. Im Extremfall können sie Wassermengen aufnehmen, die dem Inhalt von rund sieben Millionen Badewannen entsprechen.
Der Regionalpakt ist Teil einer langfristigen Hochwasserschutzstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben des Umweltministeriums sollen in den kommenden zwölf Jahren mindestens 1,1 Milliarden Euro Landesmittel in den Hochwasserschutz investiert werden.
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- Quelle(n):
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.
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