21. Juni 2026
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Im März 2025 wurde die Trauerhalle auf dem Henrichenburger Friedhof geschlossen. Wie es weitergeht, ist offen. | Bild: Nina Möhlmeier

"Ich laufe der Stadtverwaltung nicht hinterher!"

Trauerhalle in Henrichenburg: Bestatter Ludger Bialas zieht Schlussstrich

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„Ich hätte 80.000 Euro in die Hand genommen und die Trauerhalle in Henrichenburg instand setzen lassen, aber ich laufe der Stadtverwaltung nicht hinterher. Ich bekomme nicht einmal eine Antwort auf meine E-Mails. Anscheinend fühlt sich niemand zuständig oder verantwortlich, mir eine Antwort zu geben. Das ist eine Frechheit! So etwas macht man nicht!“, ärgert sich Bestatter Ludger Bialas. CASNews hatte bereits im März und im April über die Geschehnisse rund um die Trauerhalle auf dem Henrichenburger Friedhof berichtet. Jetzt zieht Ludger Bialas endgültig Konsequenzen: Er möchte die Trauerhalle nicht mehr kaufen. „Ich bin soweit, dass ich sage: Ich habe kein Interesse mehr daran!“


Einen Kauf der Trauerhalle habe ihm Bürgermeister Rajko Kravanja im Mai 2025 während eines Gesprächs auf einer Veranstaltung in Henrichenburg in Aussicht gestellt. Seit 2017 war Ludger Bialas Mieter der Trauerhalle – bis zu deren Schließung im März 2025. Während seiner Zeit als Mieter seien die inneren Räume in seinen Zuständigkeitsbereich gefallen, und die Stadt sei für das Gebäude verantwortlich gewesen. Dieser Verantwortung sei sie jedoch zu keinem Zeitpunkt nachgekommen, sondern sie habe die Halle über Jahre „vergammeln“ lassen. Vor rund 15 Monaten wurde die Trauerhalle geschlossen – aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht, wie der EUV Stadtbetrieb mitteilte.


Ludger Bialas war sehr interessiert, die Trauerhalle zu erwerben, zog einen Architekten hinzu, und es folgten mehrere Gespräche mit der Stadt. Es habe jedoch nie ein Kaufangebot gegeben und er sei trotz mehrerer Nachfragen immer wieder vertröstet worden, bis irgendwann komplette Funkstille geherrscht habe. Auf CASNews-Anfrage begründete der mittlerweile für den Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen zuständige EUV Stadtbetrieb den Stillstand im März damit, dass Bialas zunächst ein Nutzungskonzept einreichen müsse. Im April hieß es, potentielle Interessenten müssten ein „prüffähiges Sanierungskonzept“ vorlegen.


Dies sei ihm gegenüber nie kommuniziert worden, und sein Konzept sei zudem hinlänglich bekannt gewesen, sagt Bialas. „Ich wollte die Trauerhalle als solche nutzen“. Nun hat er jedoch davon Abstand genommen und einen Schlussstrich gezogen: Die digitale Friedhofsglocke, die er für 3.700 Euro von einer Firma aus Bayern erworben hatte, hat er in dieser Woche aus dem Glockenturm ausgebaut. „Außerdem habe ich die von mir installierten Schlösser demontiert. Ich habe den Bürgermeister und den EUV in einer E-Mail darüber informiert, damit die Stadt die Gelegenheit hat, ihre Schlösser wieder einzubauen. Ich habe erneut keine Antwort erhalten. Im Zuge einer Beerdigung hatte ich ein Gespräch mit einer städtischen Mitarbeiterin, sodass dann letzten Endes ein Vertreter der Stadt auf dem Friedhof war, als ich die Glocke und die Schlösser ausgebaut habe“, so Bialas.


Er werde immer wieder von Henrichenburger Bürgern auf die Situation angesprochen. „Die Leute sind sehr verärgert. Es wird darüber nachgedacht, eine Unterschriftenaktion zu starten und eine Bürgerinitiative zu gründen.“


Im März hieß es, dass eine Sanierung für die Stadtverwaltung „gebührenrechtlich und wirtschaftlich leider nicht vertretbar“, ein Abriss jedoch nicht vorgesehen sei. Im April hatte der EUV Stadtbetrieb auf CASNews-Anfrage erklärt, dass „zeitnah“ ein Arbeitskreis einberufen werden solle. Wir wollten nun vom EUV wissen, was das Ergebnis dieser Sitzung, zu der Ludger Bialas keine Einladung erhielt, gewesen sei, ob es andere Interessenten für die Trauerhalle gebe und ob jemand ein „prüffähiges Sanierungskonzept“ eingereicht habe.


Wie soll es an der Trauerhalle weitergehen? Und warum hat man nicht mehr mit Ludger Bialas kommuniziert? Auch das wollten wir vom EUV wissen und stellten eine entsprechende Anfrage.


"Herr Bialas wird in Kürze eine Antwort erhalten. Wir bitten um Verständnis, dass sich dies aufgrund erforderlicher interner Abstimmungen verzögert hat", so der EUV.


Weitere Interessenten hätten sich bis dato nicht gemeldet. Die Trauerhalle werde nun Thema im einberufenen Arbeitskreis sein. "Die Sitzung ist terminiert und findet noch statt", heißt es. Der Arbeitskreis sei ein Gremium, das ausschließlich mit Vertretern der im Rat vertretenen Fraktionen/Parteien besetzt sei, so die Erklärung für die nicht ausgesprochene Einladung an Ludger Bialas.


„Ich glaube nicht, dass sich jemand anderes finden wird“, meint der Bestatter. „Die Investitionssumme von 80.000 Euro bekommt man nicht so schnell wieder rein. Ich hätte es gemacht. Als gebürtigem Henrichenburger wäre es mir eine Herzensangelegenheit gewesen, die Halle instand setzen zu lassen. Für die Henrichenburger tut es mir leid.“


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  • Quelle(n):

Autor

Nina Möhlmeier

Nina Möhlmeier

Freie Mitarbeiterin