Bladenhorster Brücke: Freigabe am 4. September? – Zufahrt bleibt noch Baustelle
WNA sieht Neubau im Zeitplan – Stadt lässt südliche Fahrbahn sanieren – Schadstofffund hätte bei ursprünglicher Bauweise siebenstellige Mehrkosten verursachen können
- 26.08.2026 um 09:07
- Castrop-Rauxel
Bei der neuen Bladenhorster Brücke über den Rhein-Herne-Kanal läuft der Endspurt. Das Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Datteln hält am Termin für die Verkehrsfreigabe des neuen Bauwerks am 4. September fest. Für Autofahrer bedeutet das allerdings nicht zwangsläufig, dass die Verbindung über den Westring ab diesem Tag wieder uneingeschränkt genutzt werden kann. Die Stadt Castrop-Rauxel lässt zusätzlich die Fahrbahn der südlichen Zufahrt zur Kanalbrücke sanieren. Nach dem derzeitigen Informationsstand des WNA sollen diese Arbeiten voraussichtlich erst am 14. September abgeschlossen sein.
Die Bladenhorster Brücke ist seit dem 18. Juni vollständig gesperrt. Die alte Kanalbrücke wurde abgerissen und durch den bereits zuvor in unmittelbarer Nähe vorbereiteten Neubau ersetzt. Ursprünglich war die Vollsperrung bis Ende August vorgesehen. Während der Bauzeit wird der Verkehr unter anderem über Kanalstraße, Wartburgstraße und Victorstraße umgeleitet, für Lastwagen ist eine Umleitung über die B235 vorgesehen.
Nach Angaben des WNA befindet sich die eigentliche Brückenbaumaßnahme weiterhin im Zeitplan. Der neue Überbau wurde inzwischen eingeschwommen und aufgelegt. Anschließend begann unmittelbar das Verlegen der Stahlbewehrung für die Fahrbahnplatte, die bereits eine Woche später betoniert wurde. In der vergangenen Woche wurden die Übergangskonstruktionen eingebaut.
Derzeit laufen die Arbeiten an Abdichtung und Randkappen. Die Kappen sollen bis Samstag betoniert sein. Danach folgen die Abdichtung der Fahrbahn und der Asphalt. Parallel werden die Geländer montiert und die Hängeraussteifungen entfernt. Außerdem laufen Erdarbeiten an den Zufahrtsrampen.
Ziel sei es, am 4. September die Verkehrssicherheit des Bauwerks festzustellen und die Brücke anschließend für den Straßenverkehr freizugeben, teilte WNA-Sachbereichsleiter Dirk Bölling auf Anfrage von CASNews mit.
Davon zu unterscheiden sind jedoch Arbeiten im Zuständigkeitsbereich der Stadt Castrop-Rauxel. Nach Angaben Böllings hat die Stadt den bei der Brückenbaustelle eingesetzten Tiefbauer zusätzlich damit beauftragt, die Fahrbahn der südlichen Zufahrt zur Kanalbrücke zu sanieren. Nach seinem Informationsstand sollen diese Arbeiten voraussichtlich bis zum 14. September dauern.
Wie der Verkehr in dieser Phase konkret geregelt wird und beispielsweise der Hafen von Green Tech erreichbar sein wird, ist damit noch nicht abschließend beantwortet. Hier verweist das Wasserstraßen-Neubauamt auf den EUV Stadtbetrieb. Entscheidend ist damit: Die Brücke selbst soll am 4. September freigegeben werden. Wann die gesamte Straßenverbindung wieder ohne Einschränkungen genutzt werden kann, hängt zusätzlich von der Sanierung der städtischen Zufahrt ab.
Auch nach der Verkehrsfreigabe ist die Gesamtbaumaßnahme noch nicht beendet. Anschließend stehen unter anderem Arbeiten an Böschungen und Treppen sowie am Durchlass des Dönninger Grabens auf der Nordseite an. Danach muss die Baustelle zurückgebaut und aufgeräumt werden. Mit dem Ende sämtlicher begleitender Bauaktivitäten rechnet das WNA erst Mitte 2027.
Eine wesentliche Rolle bei der Bauplanung spielte zudem ein Schadstofffund am Südufer des Rhein-Herne-Kanals. Ursprünglich war dort eine Behelfsumfahrung vorgesehen. Bei der Herstellung einer Fläche für die Baustelleneinrichtung waren Auffälligkeiten im Boden festgestellt worden. Eine gutachterliche Untersuchung bestätigte anschließend den Verdacht auf eine Belastung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz PAK.
Die bei den Arbeiten angefallenen belasteten Böden seien fachgerecht gelagert und anschließend ordnungsgemäß entsorgt worden, teilte das WNA mit. Beschäftigte des Auftragnehmers und des Wasserstraßen-Neubauamtes seien zudem für den Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen unterwiesen worden. Das weitere Vorgehen sei mit dem Kreis Recklinghausen abgestimmt worden.
Nach Angaben des WNA wurde das Ausmaß der Schadstoffe innerhalb des eigenen Baufeldes an den Fund- und Verdachtsstellen untersucht. Die dort bei den Arbeiten gewonnenen kontaminierten Böden wurden entsorgt, Fundstellen gesichert und abgedeckt. Weitere belastete Bereiche sollen im Zuge der Brückenbaustelle nicht angetastet werden.
Auf die Frage von CASNews, ob von den im Boden verbleibenden Schadstoffen im unveränderten Zustand eine Gefahr für Anwohner, Spaziergänger, Beschäftigte oder den Rhein-Herne-Kanal ausgehe, antwortete das WNA mit Nein. Für Fragen zur dauerhaften Sicherung der außerhalb der Baumaßnahme verbleibenden belasteten Böden verweist das Amt allerdings auf die zuständige untere Bodenschutz- beziehungsweise Umweltbehörde des Kreises Recklinghausen.
Die Belastung sei nach Angaben des WNA so lokal begrenzt gewesen, dass es im eigentlichen Trassenbereich der neuen Bladenhorster Brücke keine weiteren Schwierigkeiten gegeben habe. Dort sei der Baugrund vor Beginn der Arbeiten ebenfalls auf Schadstoffe untersucht worden.
Die Änderung des Bauverfahrens infolge der Situation am Südufer habe keine zusätzlichen Kosten verursacht. Im Gegenteil: Wäre es erforderlich geworden, die belasteten Böden im Bereich der ursprünglich geplanten Arbeiten großflächig auszubauen und zu entsorgen, wären nach Einschätzung des WNA erhebliche Folgen zu erwarten gewesen. Bölling spricht auf Grundlage von Erfahrungen aus anderen Baumaßnahmen von möglichen siebenstelligen Mehrkosten und einer Verzögerung um mehrere Monate. Hinzu wären zusätzliche Anforderungen an den Gesundheitsschutz gekommen.
Das WNA betont deshalb, dass die Änderung des Bauverfahrens gemeinsam mit der Stadt Castrop-Rauxel und den betroffenen Anliegern abgestimmt worden sei und für die Beteiligten Vorteile gebracht habe. Der Schadstofffund selbst sowie das Vorgehen während der Bauzeit wurden demnach mit einem Schadstoffgutachter und der unteren Bodenschutzbehörde des Kreises Recklinghausen abgestimmt.
Für die Autofahrer bleibt damit zunächst vor allem der September entscheidend: Am 4. September soll die neue Bladenhorster Brücke selbst verkehrssicher und freigegeben sein. Die zusätzlichen Arbeiten an der südlichen Zufahrt sollen nach derzeitiger Einschätzung bis etwa 14. September abgeschlossen werden. Wie der Verkehr zwischen diesen beiden Terminen konkret geführt wird, muss noch von der Stadt beziehungsweise dem EUV erläutert werden.
Newsletter abonnieren - lokal & zuverlässig
Unser kostenloser Newsletter hält Sie täglich über die wichtigsten Nachrichten aus Castrop-Rauxel auf dem Laufenden - direkt ins E-Mail-Postfach.
Jetzt Newsletter abonnierenBildergalerie (2 Bilder)
- Quelle(n):
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.
Aktuelle Artikel
Zwischen Castrop-Rauxel und Berlin
Wetter
- Castrop-Rauxel
70%
2.19 km/h