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Bundestagsabgeordneter Michael Breilmann in der CDU-Geschäftsstelle an der Wittener Straße. | Bild: Nina Möhlmeier

Zwischen Castrop-Rauxel und Berlin

Bundestagsabgeordneter Michael Breilmann über seine Rückkehr in die Hauptstadt

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„Ich habe mir bewusst gemacht, dass es sein kann, nicht mehr dem Deutschen Bundestag anzugehören, aber es auch immer noch möglich ist, dass ich nachrücke. In einer Sitzung der Bundestagsfraktion wurde dann genau das bekannt gegeben. Der Zeitpunkt kam überraschend. Einige Kollegen schickten mir WhatsApp und SMS: ‘Schön, dass du zurückkommst.‘ Ein anderer ging kurz raus, rief mich an und klärte mich auf. Nachdem ich dann auch noch Kontakt zu Hendrik Wüst hatte, war mir klar, dass ich wirklich nachrücke“, blickt Michael Breilmann (CDU) auf den März dieses Jahres zurück. Das Gefühl, als Abgeordneter in den Bundestag zurückzukehren, beschreibt er mit einem Wort: „Freude“.


Im Gespräch mit CASNews spricht der 42-Jährige über seine Rückkehr in die Hauptstadt und das Pendeln zwischen Castrop-Rauxel und Berlin.


Politisches Comeback in Berlin


Am 29. Mai wurde offiziell bekannt, dass Michael Breilmann am 1. Juni sein politisches Comeback in Berlin gibt. Nach einer knappen Wahlniederlage im vergangenen Jahr, schien Breilmanns Zeit als Bundestagsabgeordneter vorbei zu sein. „Die Chancen standen 50/50. In einem traditionellen SPD-Wahlkreis muss man sich darauf einstellen, dass es nicht klappen könnte.“ Und so kam es dann auch – bis Breilmanns rheinischer Unions-Kollege Ansgar Heveling sein Bundestagsmandat niederlegte, weil er Präsident des Bundesrechnungshofs wurde. Davon profitierte wiederum Michael Breilmann, denn er war erster Nachrücker auf der CDU-Landesliste in NRW.


"Bundestagslose Zeit" privat ein Gewinn


„Es zeichnete sich dann auch sehr schnell ab, dass ich im Juni wieder in Berlin sein würde.“ Es galt also, zu organisieren und verschiedenste Dinge zu regeln. Breilmann hatte als Jurist in der Kanzlei seines Bruders gearbeitet, und mit der Rückkehr in den Bundestag zog er sich aus der Kanzlei zurück. Auf privater Ebene war die „bundestagslose Zeit“ zweifelsohne ein Gewinn, denn sie fiel genau in die Zeit, in der Breilmanns Tochter geboren wurde. „Ich habe mich gemeinsam mit meiner Frau um sie gekümmert, und wir konnten ihr erstes Lebensjahr vor Ort gemeinsam komplett miterleben. Das war eine schöne und intensive Zeit“, gibt Michael Breilmann während unseres Gesprächs in der CDU-Geschäftsstelle an der Wittener Straße einen privaten Einblick.


Parlamentarische Sommerpause


Die parlamentarische Sommerpause dauert noch bis September, und so ist Michael Breilmann derzeit in seinem Wahlkreis – Castrop-Rauxel, Waltrop und Recklinghausen – unterwegs. Auf seiner Sommertour stehen Projekte, Firmenbesuche und Gespräche mit Menschen vor Ort an. Parallel dazu läuft die Vorbereitung auf die Zeit nach der Sommerpause, und so geht es für Breilmann in der kommenden Woche nach Berlin.


Berlin unter der Woche der Lebensmittelpunkt


Die Hauptstadt ist während der Sitzungswochen sein Lebensmittelpunkt – zumindest unter der Woche. „Es gibt 22 Sitzungswochen im Jahr, und in dieser Zeit bin ich von montags bis freitags in Berlin.“ Dort hat er nun wieder eine Wohnung. „Zum Glück war die Wohnungssuche erfolgreich. Ansonsten nutzt man das Hotel, aber für mich ist eine Wohnung einfach angenehmer.“


Stehen montags in Berlin schon früh am Tag Termine an, fährt Michael Breilmann sonntags in die Hauptstadt. Andernfalls setzt er sich am Montagmorgen in den Zug. „Die Fahrt dauert dreieinhalb Stunden, und im Zug beginnt für mich die Arbeitswoche“, sagt er.


„In Berlin ist alles sehr schnell, die Termine sind eng getaktet, und es ist viel Koordination gefragt.“ Bürorunde, Landesgruppensitzungen, Arbeitsgruppen der CSU/CDU-Bundestagsfraktion, Ausschuss-Sitzungen (Breilmann ist Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz sowie im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend), Plenarsitzungen, Treffen mit Besuchergruppen und Plenardebatten (donnerstags und freitags) stehen unter anderem im Terminkalender des Bundestagsabgeordneten.


Reden im Bundestag


„Mitglied des Deutschen Bundestages zu sein, ist für mich Ehre und Verpflichtung zugleich“, bekennt Breilmann. Eine Rede im Bundestag zu halten, sei jedes Mal aufs Neue etwas Besonderes, und er sei jedes Mal etwas angespannt. In seiner letzten Wahlperiode (2021- 2025) habe er 28 Reden gehalten, in der jetzigen seien es bisher zwei gewesen.


Meistens entscheide sich dienstags, ob man eine Rede halte, es könne aber auch mittwochs passieren. „Bei meiner ersten Rede, bei der es um das Gedenken an das Attentat in Hanau ging, war ich ganz besonders nervös. Das sind Dinge, die man nicht vergisst.“


Pendeln zwischen Castrop-Rauxel und Berlin


Das Pendeln zwischen seiner Heimatstadt und Berlin beschreibt er wie folgt: „Ich fahre gern nach Berlin, aber auch gern wieder nach Hause. Wenn ich freitagabends im Zug sitze, höre ich auch schon mal einen Podcast oder schaue mir einen Krimi an. Dann komme ich etwas runter. Es käme für mich nicht in Frage, dauerhaft in Berlin zu leben, aber das ist als Abgeordneter auch nicht angedacht. Das Leben in Castrop-Rauxel ist für mich Arbeit in der Heimat, wo mein Zuhause ist, wo ich aufgewachsen bin, die Region wie meine Westentasche kenne und wo ich Zeit mit meiner Familie und mit Freunden verbringe.“


Verständnis für Unmut


Der Verantwortung, die mit dem Bundestagsmandat einhergehe, sei er sich sehr bewusst. Steigende Lebenshaltungskosten, Themen wie Migration, Sicherheit oder wirtschaftliche Situation sorgen für zunehmenden Unmut in der Bevölkerung. „Dafür habe ich Verständnis“, so Breilmann. Dass der Bundestag im Juli einstimmig beschlossen habe, für das Jahr 2026 auf die geplante automatische Diätenerhöhung zu verzichten, sei ein richtiges Signal gewesen. Auch hier sei Verantwortung das zentrale Stichwort. Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft („Die Bürokratie ist einfach zu hoch.“) und Stärkung des Rechtstaates („Den Ländern wird durch den neuen Pakt für den Rechtstaat vom Bund rund 450 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, damit der Rechtstaat handlungsfähiger wird.“; „Straftaten dürfen nicht geduldet werden.“) sind nur zwei von mehreren Punkten, die Breilmann anführt.


Für die Zeit nach der Sommerpause wünsche er sich, dass die angestrebten Reformpakete zum Abschluss gebracht würden, man weiter an Lösungen arbeite und geschlossen nach außen auftrete.


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  • Quelle(n):

Autor

Nina Möhlmeier

Nina Möhlmeier

Freie Mitarbeiterin

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