Tödlicher Streit unter Brüdern: Verfahren eingestellt
Staatsanwaltschaft: Geschilderte Notwehrlage plausibel
- 21.09.2026 um 12:14
- Castrop-Rauxel
Am Abend des 12. April kam es an der Liebigstraße in Rauxel zu einem Streit zwischen zwei Brüdern (33 und 39 Jahre alt), in dessen Verlauf einer der Brüder (39) tödlich verletzt wurde (CASNews berichtete). Eine Mordkommission wurde eingerichtet, entsprechende Ermittlungen liefen. Jetzt wurde das Verfahren gegen den 33-jährigen Bruder eingestellt. Das erklärte Henner Kruse, Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund, auf CASNews-Anfrage.
Der Beschuldigte habe von Anfang an erklärt, aus einer Notwehrlage heraus gehandelt zu haben. Er sei von seinem Bruder angegriffen worden und habe sich verteidigt. Dafür hätte unter anderem die Verletzung gesprochen, die der 33-Jährige erlitten habe. Zudem seien ein Blutspurengutachten und DNA-Untersuchungen in Auftrag gegeben worden, die den Beginn des Geschehens untermauert hätten.
Die Auseinandersetzung fand in der Wohnung des 33-Jährigen statt. Dort sei das spätere Opfer am Abend des 12. April „unvorhergesehen und ganz erheblich alkoholisiert“ erschienen. Das Auftauchen in der Wohnung sei laut Zeugenaussagen erstaunlich gewesen, denn das Verhältnis der Brüder sei schlecht gewesen. Sie seien sich aus dem Weg gegangen und „wollten keine wechselseitigen Besuche“.
In der Küche sei es zum Streit gekommen. Der 33-Jährige sei ebenfalls alkoholisiert gewesen, jedoch nicht so stark wie der 39-Jährige. Das spätere Opfer habe ein an einer Magnetleiste angebrachtes Messer genommen, den 33-Jährigen „zu Boden gebracht und ihm eine potentiell lebensgefährliche Stichverletzung im Oberschenkel beigebracht.“ Ein Messer an der Magnetleiste habe gefehlt, sodass auch die Aussage, woher das Messer stammte, plausibel gewesen sei. Der 33-Jährige habe sich gewehrt und versucht, seinem Bruder das Messer zu entreißen und dann selbst zugestochen. Der 39-Jährige erlitt Stichverletzungen und sei schließlich an der Wohnungstür zusammengebrochen. Der 33-Jährige habe ihn „nach draußen gezogen und die Tür geschlossen.“ Nachbarn hätten den Notarzt gerufen. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen verstarb der 39-Jährige noch am Einsatzort.
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- Quelle(n):
Autor
Nina Möhlmeier
Freie Mitarbeiterin
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