Stadt nimmt Abstand von Modulplänen an der Vördestraße
30 bereits gekaufte Module lagern weiter bei Rain Carbon – über ihre künftige Nutzung soll erst nach Planungssicherheit für die neue ZUE entschieden werden
- 20.09.2026 um 14:03
- Castrop-Rauxel
Bei den Plänen für den ehemaligen Sportplatz an der Vördestraße in der Rütgers-Siedlung zeichnet sich eine deutliche Veränderung ab. Die Stadtverwaltung will dort zunächst keine Module für Angebote an Flüchtlinge aufstellen. Das geht aus der Ratsvorlage zur geplanten Zentralen Unterbringungseinheit (ZUE) auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände an der B235 hervor. Damit stellt sich zugleich die Frage, was aus den 30 bereits angeschafften Modulen wird, die derzeit auf dem Gelände von Rain Carbon lagern.
Noch im vergangenen Jahr hatte die Stadt ein umfangreiches Konzept für den früheren Sportplatz des VfR Rauxel vorgestellt. Die 30 Module sollten dort unter anderem für die Betreuung und Versorgung von Flüchtlingen eingesetzt werden. Vorgesehen waren beispielsweise Sprachkurse und weitere soziale Angebote. Dauerhaftes Wohnen war ausdrücklich nicht geplant; lediglich fünf Module sollten für kurzfristige Unterbringungen in Notfällen vorgehalten werden. CASNews hatte bereits ausführlich über die Hintergründe der geplanten Modulnutzung berichtet.
Das Projekt sollte allerdings über die Flüchtlingshilfe hinausgehen. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung im Juni 2025 stellte die Stadt die Module ausdrücklich auch als Bestandteil der Quartiersentwicklung in der Rütgers-Siedlung vor. Unter anderem waren Seniorenberatungen sowie Nutzungen durch Caritas, VHS oder Bürgervereine vorgesehen. Daneben gehörten ein öffentlich zugänglicher Spielplatz und eine Waldkita zu den damaligen Planungen. CASNews hatte die damaligen Planungen und sämtliche Präsentationsfolien dokumentiert.
Die Module selbst waren zu diesem Zeitpunkt bereits vorhanden. Die Stadt hatte sie mithilfe von Fördermitteln des Landes und des Bundes angeschafft. Seitdem stehen sie mit Unterstützung des EUV Stadtbetriebs auf dem Gelände von Rain Carbon.
Nun heißt es in der aktuellen Ratsvorlage: Die Verwaltung nehme „zunächst Abstand“ von den Plänen, auf dem ehemaligen Sportplatz Module für Angebote an Flüchtlinge aufzustellen. Als Gründe nennt sie die in den vergangenen Monaten rückläufigen Zuweisungszahlen und den Umstand, dass die Bundesregierung seit Anfang des Jahres keine freiwilligen Integrationskurse mehr bewillige.
Nach Einschätzung der Verwaltung sei deshalb der entsprechende Bedarf für soziale Zwecke derzeit nicht mehr gegeben. Wie mit den bereits gekauften Modulen stattdessen verfahren werden soll, steht allerdings noch nicht fest.
Eine Entscheidung darüber soll offenbar unmittelbar mit der geplanten neuen Landesunterkunft an der B235 zusammenhängen. Erst wenn Planungssicherheit für den Bau der Zentralen Unterbringungseinheit mit bis zu 450 Plätzen besteht, will die Verwaltung ein neues Konzept für die vorhandenen Module erarbeiten und dem Rat darüber berichten. Was die aktuelle Ratsvorlage zur geplanten ZUE und ihren möglichen Folgen für die Stadt aussagt, hat CASNews bereits ausführlich zusammengefasst.
Damit bleibt zunächst offen, wie lange die 30 Module noch bei Rain Carbon stehen werden und welchem Zweck sie künftig dienen sollen. Aus der Ratsvorlage geht weder hervor, welche Kosten durch die bisherige Lagerung entstehen, noch ob und in welchem Umfang Kosten für Wartung oder Sicherung anfallen. Auch Angaben zum aktuellen Zustand der Module enthält die Vorlage nicht.
Offen ist außerdem, welche Konsequenzen die neue Entwicklung für das ursprünglich deutlich breiter angelegte Quartierskonzept an der Vördestraße hat. Die Begründung in der Ratsvorlage bezieht sich ausdrücklich auf Module für Angebote an Flüchtlinge. Die Stadt hatte die geplante Anlage 2025 jedoch zugleich mit weiteren Nutzungen wie Seniorenberatung, Angeboten von Caritas und VHS sowie Möglichkeiten für Bürgervereine verbunden.
Ob diese Angebote ebenfalls nicht mehr verfolgt werden, an anderer Stelle entstehen sollen oder Bestandteil eines späteren neuen Konzepts werden könnten, wird in der Ratsvorlage nicht erläutert.
Auch die Waldkita war Bestandteil der damaligen Planungen für das ehemalige Sportplatzgelände. Ihr weiterer Zeitplan ist jedoch ein eigenständiges Projekt und wird in der aktuellen Ratsvorlage zur ZUE nicht näher dargestellt.
Für die Rütgers-Siedlung bedeutet die neue Vorlage damit zunächst vor allem eines: Das im vergangenen Jahr vorgestellte Konzept für die 30 Module wird in seiner bisherigen Form vorerst nicht umgesetzt. Was an seine Stelle treten soll, will die Verwaltung erst entscheiden, wenn bei der geplanten ZUE an der B235 größere Planungssicherheit besteht.
Der Rat beschäftigt sich am Donnerstag, 24. September, mit der Vorlage zur neuen Landesunterkunft. Dabei könnte auch deutlicher werden, wie es mit den bereits vorhandenen Modulen und den Planungen an der Vördestraße weitergeht.
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- Quelle(n):
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
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