Ermittlungen gegen Frauenhaus-Leitung
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wandte sich an Staatsanwaltschaft und Polizei
- 23.09.2026 um 21:24
- Castrop-Rauxel
Eine Mitteilung aus dem Rathaus brachte die Dinge am Dienstag (22.09.) ans Licht. Unter der Überschrift „Veränderungen im Stadtrat“ teilte die Stadtverwaltung mit, dass sich Katrin Lasser-Moryson (SPD) nach langjähriger Tätigkeit im Rat der Stadt Castrop-Rauxel am Ende des Monats aus der Kommunalpolitik verabschiede. Sie habe der Verwaltung mitgeteilt, dass sie nach einem längeren Abwägungsprozess zu diesem Entschluss gekommen sei, um persönlichen und beruflichen Prioritäten mehr Raum zu geben. Für Katrin Lasser-Moryson wird Bilgen Acar in den Stadtrat nachrücken. Sie ist sogenannte Huckepackkandidatin für Katrin Lasser-Moryson für den Wahlkreis auf Schwerin.
Die SPD erklärte ebenfalls via Pressemitteilung, Lasser-Moryson werde ihr Ratsmandat „aus persönlichen Gründen“ niederlegen. CASNews fragte daraufhin bei der langjährigen Ratsfrau, Vorsitzenden des Betriebsausschusses 2 (Familie, Jugend, Soziales und Bildung) und stellvertretenden Bürgermeisterin nach, was es mit dem Rückzug auf sich hat – und erfuhr, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, das Lasser-Morysons Tätigkeit als Leiterin des Frauenhauses Castrop-Rauxel betrifft. Aufgrund der laufenden Ermittlungen könne und dürfe sie sich nicht weiter äußern, erklärte Katrin Lasser-Moryson. Das Verfahren betrifft nicht nur sie, sondern auch die stellvertretende Frauenhaus-Leiterin, Ann-Kathrin Bludau.
Die zuständige Staatsanwaltschaft Dortmund bestätigte den Sachverhalt auf Anfrage, ohne Namen zu nennen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten seit Monaten gegen zwei verantwortliche Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Castrop-Rauxel. Der das Frauenhaus unterstützende Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) habe mit Schreiben vom 16. April an die Staatsanwaltschaft Dortmund und mit Schreiben vom 11. Mai an das Polizeipräsidium Recklinghausen um eine strafrechtliche Überprüfung gebeten, erklärt Sonja Frodermann, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Dortmund, gegenüber CASNews. Es seien Unterlagen vorgelegt worden. „Welche Sachverhalte strafrechtlich relevant sein könnten, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, so Frodermann. Wie lang das Ermittlungsverfahren noch laufen wird, ist offen.
Die geäußerten Verdachtsmomente des LWL betreffen laut Staatsanwaltschaft Unklarheiten in der Kontoführung des Trägervereins und in den Arbeitsverträgen der Fachkräfte, deren Gehälter vom Land bezahlt werden. Ermittelt werde unter anderem wegen des Verdachts der Untreue und möglichen Subventionsbetrugs.
Katrin Lasser-Moryson war seit 2011 Leiterin des Frauenhauses Castrop-Rauxel. Sie habe vor einem Monat von ihrer Freistellung erfahren. Der Träger des Frauenhauses ist der Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“, dessen Vorständin Regina Kleff, Erste Beigeordnete und Sozialdezernentin der Stadt Castrop-Rauxel, ist. CASNews bat daher über die städtische Pressestelle um eine Stellungnahme von Regina Kleff. Die Stadt verwies darauf, „nicht in finanzieller oder personeller Zuständigkeit“ zu sein. CASNews richtete zudem einen Anfrage an den Trägerverein und den LWL. Antworten stehen noch aus.
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- Quelle(n):
Autor
Nina Möhlmeier
Freie Mitarbeiterin
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