- Bild: CASNews Media / Nina Möhlmeier
„Der Bus ist immer voll“
Wachsende Schülerzahlen an der NGI sorgen für Druck auf die Buslinie 482
- 05.03.2026 um 17:20
- Castrop-Rauxel
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Jetzt Newsletter abonnieren„Wir hoffen immer, dass wir in den Bus kommen. Er ist immer voll – außer donnerstags“, sagen Leonie (11) und Melina (11). Die beiden Schwestern besuchen die Neue Gesamtschule Ickern (NGI) und gehen dort in die sechste Klasse. Überfüllte Busse auf der Linie 482 in Richtung Schule und zurück seien eher die Regel als die Ausnahme. Und es komme vor, dass Schulkinder und andere Fahrgäste nicht mehr einsteigen könnten, weiß Leonies und Melinas Mutter, Yvonne Kuhn. Ihren Töchtern sei das allein im Februar gleich mehrere Male passiert.
Die Busproblematik sei Thema bei jeder Schulpflegschaft, weiß Yvonne Kuhn. Auch in Melinas und Leonies Klasse sprechen die Kinder, die mit dem Bus zur Schule fahren, darüber.
Die NGI ging 2021 als vierzügige Schule an den Start. Aufgrund ihrer feststehenden Zügigkeit wächst sie jedes Jahr um einen weiteren Jahrgang. Hinzu kommt, dass für das Schuljahr 2025/2026 183 Anmeldungen vorlagen. Ausnahmsweise wurde die NGI daher fünfzügig und konnte 135 Schüler aufnehmen. Regulär verfügt die Schule über 108 Plätze.
Fest steht: Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die auf eine funktionierende Busverbindung angewiesen sind, steigt. Vor diesem Hintergrund stellen sich Familien mit Blick auf das kommende Schuljahr und darüber hinaus die Frage, ob die vorhandenen Kapazitäten nicht erhöht werden können.
Hinsichtlich der steigenden Schülerzahlen erklärt das zuständige Unternehmen Dortmunder Stadtwerke DSW21 auf Anfrage, man befinde sich hierzu im Austausch mit dem Aufgabenträger Kreis Recklinghausen, der das Angebot maßgeblich festlege. Perspektivisch seien Anpassungen des Angebotskonzepts sinnvoll, um Kapazitäten bedarfsgerecht neu verteilen zu können. Gespräche hierzu seien bereits aufgenommen worden.
Konkrete zusätzliche Maßnahmen für das kommende Schuljahr nennt DSW21 nicht. Gleichzeitig weist das Unternehmen darauf hin, dass die morgendliche Verkehrsspitze nicht ausschließlich durch passgenaue Kapazitätserweiterungen bedient werden könne. Auch eine Diskussion über eine mögliche Staffelung von Schulzeiten sei angesichts wachsender Schülerzahlen und knapper kommunaler Kassen denkbar – dies sei jedoch eine Entscheidung von Städten und Politik.
CASNews hat die Stadt Castrop-Rauxel mit Blick auf die Schulentwicklungsplanung und die Abstimmung mit DSW21 ebenfalls um Stellungnahme gebeten. Bis zur Veröffentlichung dieses Artikels lag jedoch keine Antwort vor.
Wenn Melina und Leonie morgens aus Überfüllungsgründen nicht in den Bus einsteigen können, müssen sie 20 Minuten auf den nächsten warten. Dann wird es äußerst knapp, pünktlich zum Unterrichtsbeginn an der Schule zu sein. Nach Schulschluss wiederum könne es passieren, dass man mit Blick auf Arztbesuche oder andere Termine unter Zeitdruck gerate. Beide Eltern sind berufstätig. Mal könnten die Kinder im Fall der Fälle zur Schule gebracht bzw. abgeholt werden, mal nicht.
Rund 86 Euro zahlt Familie Kuhn monatlich für die Schokotickets ihrer beiden Töchter. Um das Geld geht es ihnen nicht. „Man möchte die Kinder einfach mit einem guten Gefühl zur Schule schicken können“, wünscht sich Yvonne Kuhn mehr Verlässlichkeit. Und was wünschen sich ihre Töchter? „Dass mehr Busse eingesetzt werden oder eine andere Lösung gefunden wird, damit die Busse nicht immer so voll sind. Und dass das Geschubse im Bus aufhört.“
- Quelle(n): CASNews
Autor
Nina Möhlmeier
Freie Mitarbeiterin
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