29. Mai 2026
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Senior mit Kettentrick bestohlen

74-Jähriger auf Schwerin Opfer von Trickbetrügern geworden – Polizei sucht Zeugen und warnt

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Ein 74-jähriger Castroper ist am Mittwochmittag (27. Mai) auf Schwerin Opfer eines sogenannten Kettentricks geworden. Nach Angaben des Geschädigten ereignete sich die Tat gegen 13 Uhr auf der Rieperbergstraße.


Der Senior war nach eigenen Angaben auf dem Weg zu den Mülltonnen seines Hauses, als neben ihm ein Fahrzeug anhielt. Dabei soll es sich um einen silberfarbenen VW Passat Kombi gehandelt haben. Auf dem Kennzeichen habe er den Buchstaben „P“ erkannt.


Wie die Tochter des Betroffenen, Jasmin A., gegenüber unserer Redaktion berichtete, sei inzwischen unklar, ob es sich um ein deutsches oder möglicherweise ausländisches Kennzeichen gehandelt habe. Die mutmaßlichen Täter seien sowohl sprachlich als auch vom Auftreten her südosteuropäisch wahrgenommen worden. Hinweise darauf, dass das Fahrzeug möglicherweise nicht in Deutschland zugelassen gewesen sein könnte, habe die Familie nach einem eigenen Aufruf in sozialen Medien erhalten. Während der Buchstabe „P“ auf deutschen Kennzeichen für Potsdam steht, kennzeichnet er auf bulgarischen Kennzeichen die Region Russe im Nordosten Bulgariens.


Nach Angaben des Opfers sprach der Fahrer den 74-Jährigen direkt an. Aufgrund des gebrochenen Deutschs habe er den Mann jedoch nur schwer verstanden. Nach Schilderung der Familie erklärte der Unbekannte, ein Familienmitglied sei verstorben und dessen Nachlass solle verschenkt werden, um andere Menschen glücklich zu machen.


Im weiteren Verlauf habe der Mann dem Senior eine Kette mit Ring in die Hand gedrückt. Zeitgleich sei eine Frau aus dem Fahrzeug ausgestiegen und habe dem 74-Jährigen den Schmuck angelegt. Anschließend seien beide Personen wieder in das Fahrzeug gestiegen und davongefahren.


Der gesamte Vorfall habe sich innerhalb weniger Minuten abgespielt. Erst kurze Zeit später bemerkte der Senior nach eigenen Angaben, dass seine echte Goldkette verschwunden war und sich stattdessen nur noch eine offenbar wertlose Kette an seinem Hals befand.


Der zurückgelassene Schmuck stellte sich nach Angaben der Familie als Fälschung heraus. Der Mann verständigte unmittelbar die Polizei und erstattete Anzeige. Die falsche Kette wurde von den Beamten als Beweismittel sichergestellt.


Täterbeschreibung


Der Geschädigte beschreibt die beiden mutmaßlichen Täter wie folgt:


Fahrer: männlich, komplett schwarz gekleidet, dunklerer Hauttyp.


Beifahrerin: weiblich, schwarze Haare, etwa 1,60 bis 1,65 Meter groß, kräftige Figur, schwarzer langer Rock, graues Oberteil.


Beide Personen seien bereits älter gewesen.


Polizei: Ermittlungen oft schwierig


Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte Polizeisprecherin Annette Achenbach, dass die Ermittlungen in solchen Fällen häufig erschwert würden. Oft handele es sich um sogenannte „reisende Täter“, die in wechselnden Regionen aktiv seien.


Deshalb sei es besonders wichtig, sich möglichst viele Details wie Kennzeichen, Personenbeschreibungen oder Besonderheiten am Fahrzeug zu merken und diese unmittelbar der Polizei mitzuteilen.


Der sogenannte Kettentrick sei nicht neu, komme derzeit jedoch wieder häufiger vor. Genaue Fallzahlen nannte die Polizei nicht. Seit Jahresbeginn habe es im Kreis Recklinghausen jedoch bereits mehrere vergleichbare Fälle gegeben. Möglicherweise werde zudem nicht jede Tat angezeigt. In einigen Fällen hätten Betrugsversuche laut Polizei auch verhindert werden können.


Polizei gibt Präventionstipps


Die Polizei rät insbesondere älteren Menschen zur Vorsicht, wenn Fremde plötzlich körperliche Nähe suchen oder vermeintliche Geschenke überreichen wollen. Wertvoller Schmuck sollte in der Öffentlichkeit nur mit Bedacht getragen werden. Wer sich bedrängt fühlt, sollte aktiv Hilfe holen und umgehend die Polizei verständigen.


Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder Hinweise auf die beschriebenen Personen oder das Fahrzeug geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.


  • Quelle(n):

Autor

Christian Reder

Christian Reder

Redakteur mit erweiterten Rechten.
Kann Artikel erstellen, prüfen und freischalten.