23. Mai 2026
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Seit Mai 2025 führen Sandra und Mattus das "Retronom", die Arcade-Bar an der Bockenfelder Straße. | Bild: Nina Möhlmeier

Pacman, Arcades, Flipper und mehr

Das "Retronom", die Arcade-Bar, ist nicht nur ein Treffpunkt für Retro-Freunde

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Sandra (41) ist mit Super Nintendo und Game Boy aufgewachsen, und für Mattus (50) waren Konsolen immer Teil seines Lebens. Hauptberuflich arbeiteten die Beiden in der Industriebranche – bis sie sich schließlich ihren Traum erfüllten: Am 31. Mai 2025 eröffneten sie das „Retronom“, die Arcade-Bar, an der Bockenfelder Straße 273, unmittelbar an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel. Bald wird Einjähriges gefeiert. „Wir haben genau den Laden, in den wir immer wollten, den es aber nie gab“, sagt Mattus.


Arcades, Pinballs, Airhockey, TopScore-Liga, eine „Konsolen-Wohnzimmerecke", eine Vectrex-Konsole und mehr: Das Herz eines jeden Retro-Fans schlägt unweigerlich höher, wenn er das "Retronom" betritt – wobei schon draußen die Zeichen auf Retro stehen. Das grüne Gebäude in Nähe der Zeche Zollern fällt sofort ins Auge. Pacman-Figuren an der Hauswand geben einen deutlichen Hinweis darauf, worum es in der Bar (auch) geht: An 16 Geräten – unter anderem Pacman, Ghostbusters, Star Wars, Star Trek, Space Invaders oder Partyzone – kann nach Herzenslust gespielt werden. In der „Wohnzimmerecke“ nimmt man wiederum einfach auf dem Sofa Platz, und dann kann es auch schon losgehen. „Das Spiel wird täglich gewechselt, die Retro-Konsole jeden Monat“, erklärt Mattus. Bei unserem Besuch in der Bar ist „Super Mario Kart“ angesagt. Die Konsolenspiele in der „Wohnzimmerecke“, in der es auch ein VHS-Gerät gibt, sind frei, und auch an zwei weiteren Geräten stehen die Zeichen auf Freispiel. An den anderen Geräten zahlt man für eine Runde einen Euro.


Das Publikum ist komplett gemischt. Es sind Teenager, die schon mal die „Siedler von Catan“ von zu Hause mitbringen, etwas zu trinken bestellen und Süßigkeiten ordern, und an den Tischen im vorderen Bereich der Bar spielen. Junge Erwachsene, die retrobegeistert sind. Ältere, die früher C64 programmiert haben. Leute, die zu den Konzerten kommen, denn praktisch jeden Samstag wird (bei freiem Eintritt) Live-Musik auf der kleinen Bühne im hinteren Bereich der Bar geboten. Oder Familien kommen ins "Retronom", und sie entdecken die Spiele aus den 70er bis 90er Jahren neu oder wieder. „Kinder kennen die alten Spiele häufig nicht. Dafür kriegt der Papa dann große Augen und sagt zu seinem Kind: ‚Das habe ich früher gespielt. Das muss ich dir unbedingt zeigen‘“, lächelt Mattus. „Die meisten Kinder finden Spaß an den Arcades oder am Flippern. Airhockey geht ohnehin immer.“ Das „Retronom“ ist übrigens auch für die „Spielkinder-Party“ buchbar. Hier dürfen sich Erwachsene ebenso angesprochen fühlen wie Kinder.


Dass heute auf rund 220 Quadratmetern pure Spielfreude herrscht, kommt nicht von ungefähr. Die Initialzündung erfolgte bereits 2016. „Wir waren in einem Freizeitcenter in Köln und total begeistert von den Arcades. Es gab aber auch vieles, was uns nicht zugesagt hat, und auf der Heimfahrt sprachen wir darüber, was wir alles anders machen würden, wenn wir so etwas hätten“, blickt Sandra zurück. Noch in derselben Nacht wurde ein Plan gemalt – und damit legten die Beiden den Grundstein für alles, was folgte.


Zwei Jahre später luden Sandra und Mattus zu einer Retro-Veranstaltung ein, bei der ihre Spielekonsolen im Mittelpunkt standen. Damals lebten sie noch in Plettenberg, und dort fand auch die Veranstaltung statt. Im selben Jahr meldeten die Beiden ein Nebengewerbe an und waren dann sechs Jahre lang in ihrer Freizeit mit „Retronom on Tour“. „Wir hatten 20 Geräte, Fernseher und Deko. Wir haben alles in zwei Autos gepackt und waren voll bis unters Dach.“ Gleichzeitig wurde Geld auf die Seite gelegt und ein Plan erstellt, denn mittlerweile war klar, dass aus der „Tour“ ein fester Standort werden sollte. Durch das mittlerweile entstandene Netzwerk bezogen Sandra und Mattus schließlich auch viele der Aracades und Flipper, die heute im „Retronom“ stehen. „Man muss genau gucken, wie der Zustand eines Gerätes ist. Wir haben viel darüber gelernt. Teils mussten wir die Geräte noch auf Euros umrüsten.“ Die ältesten Geräte sind „Space Invaders“ und der Star-Trek-Flipper. Sie stammen aus dem Jahr 1978. Das jüngste Retro-Gerät ist Baujahr 2016, der Airhockey-Tisch ist hingegen neuen Datums.


Als 2024 das finanzielle Ziel erreicht war, führte die Immobiliensuche schließlich an die Bockenfelder Straße, in die Räumlichkeiten der ehemaligen Dortmunder Traditionskneipe „Alt Bövinghausen“. Die Anbindung und das Einzugsgebiet im Ruhrgebiet seien entscheidende Faktoren für die Standortwahl gewesen, sagen Sandra und Mattus. „Es ist ein Glücksfall, dass wir diese Immobilie gefunden haben.“ Mittlerweile wohnen die Beiden auch nicht mehr im Sauerland, sondern in Merklinde. „Während der Renovierungsarbeiten sind wir zwischen Plettenberg und Dortmund hin- und hergefahren und haben deutlich über 15.000 Kilometer zurückgelegt.“


Die Strapazen haben sich gelohnt, und am 31. Mai feiert das „Retronom“ nun seinen ersten Geburtstag. Am 30. Mai wird mit der Band „Ladies Room“ reingefeiert, am 31. Mai gibt es Kaffee und Kuchen. „Wir lassen das Jahr Revue passieren und sprechen natürlich auch über die Zukunft“, sagt Mattus.


Wer mitfeiern möchte, ist herzlich willkommen. Auch sonst steht die Arcade-Bar jedem offen. „Wir möchten ein Treffpunkt für alle sein und einen geschützten Raum in freundlicher Atmosphäre bieten“, betonen sie. Ziel sei es, einen gemütlichen Ort zu etablieren, an dem gelacht, gequatscht, Musik gehört und natürlich gezockt werden kann.


Öffnungszeiten: Das „Retronom“ hat mittwochs und donnerstags von 17 Uhr bis 22 Uhr, freitags und samstags von 17 Uhr bis 2 Uhr und sonntags von 15 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.


Weitere Infos unter: https://www.arcade-bar.de/


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Autor

Nina Möhlmeier

Nina Möhlmeier

Freie Mitarbeiterin