FDP fordert neue Standards bei Schulverpflegung in Castrop-Rauxel
Fraktion bringt Antrag in den Rat ein – mehr Transparenz, Tierwohl und Elternbeteiligung
- 02.09.2025 um 23:03
- Castrop-Rauxel
Die Diskussion um die Schulverpflegung in Castrop-Rauxel hat in den vergangenen Wochen hohe Wellen geschlagen. Nun reagiert die FDP-Fraktion mit einem Antrag, der die Ausschreibungskriterien künftig transparenter und verbindlicher machen soll. Ziel sei es, „die Debatte zu versachlichen und die Eltern mit an den Tisch zu holen“, so Fraktionsvorsitzender Nils Bettinger.
Im Mittelpunkt des Antrags stehen neue Mindeststandards für künftige Ausschreibungen. Dazu zählen Herkunftsnachweise für Fleischprodukte, Nachweise zur Betäubung bei Schlachtungen, verbindliche Tierwohlstandards sowie eine erhöhte Transparenzpflicht der Caterer. Zudem sollen Anbieter angeben, ob sie religiös oder kulturell spezifische Kost wie Halal, vegetarische oder vegane Gerichte anbieten – und gleichzeitig ein alternatives Gericht bereitstellen.
Besonderen Wert legt die FDP auch auf die Einbindung der Eltern und Schüler. Vor künftigen Vergaben sollen Beteiligungsformate stattfinden, bei denen Betroffene ihre Vorstellungen und Bedenken einbringen können. „Am Ende müssen wir die Ausschreibung an das anpassen, was wir wollen. Und da haben sich die Voraussetzungen ja nun geändert“, betont Bettinger.
Ergänzend fordert der Antrag einen Prüfauftrag an die Verwaltung: Sie soll erarbeiten, wie die neuen Kriterien sinnvoll in den bisherigen Katalog eingepasst und gewichtet werden können. Neben dem Preis sollen damit künftig auch Aspekte wie Tierwohl, Transparenz und kulturelle Vielfalt eine größere Rolle spielen.
Die FDP sieht in den vorgeschlagenen Änderungen mehrere Vorteile: mehr Rechtssicherheit, eine stärkere Akzeptanz bei Eltern und Schülern sowie einen Ausgleich zwischen religiösen und säkularen Ernährungsbedürfnissen. Finanzielle Mehrbelastungen erwartet die Fraktion nicht – Herkunftsnachweise und Zertifikate könnten im Rahmen bestehender Kontrollen überprüft werden, Beteiligungsformate seien organisatorisch mit überschaubarem Aufwand umzusetzen.
Mit den neuen Standards will die FDP erreichen, dass künftige Vergabeverfahren für die Schulverpflegung rechtssicherer, transparenter und stärker demokratisch legitimiert werden. Über den Antrag soll in den kommenden Sitzungen des Schulausschusses und des Rates beraten werden.
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- Quelle(n): FDP-Fraktion im Rat der Stadt Castrop-Rauxel
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