„Die Situation an der B235 ist desaströs!“
Sperrung der Wartburgstraße ärgert Bestatter Ludger Bialas / Kein Parken mehr auf dem Seitenstreifen
- 08.10.2026 um 17:57
- Castrop-Rauxel
„Langsam braucht man einen Heli, um sich in Castrop-Rauxel fortzubewegen“, kommentiert Dirk Haut auf der CASNews-Facebookseite mit Blick auf die zunehmenden Baustellen im Stadtgebiet. Bestatter Ludger Bialas macht dabei vor allem eine Baustelle zu schaffen. „Es ist ein Unding, dass die Wartburgstraße für einen so langen Zeitraum gesperrt wird! Wie kann man eine so wichtige Straße dichtmachen? Gab es wirklich keine andere Lösung? Die Verkehrssituation an der B235 war sowieso schon alles andere als gut – jetzt ist sie desaströs!“, macht er seinem Ärger im Gespräch mit CASNews Luft.
Seit dem 1. Oktober ist die Wartburgstraße unter anderem aufgrund des Neubaus der Emscherbrücke zwischen Heerstraße und Freiheitstraße voll gesperrt. Die Bauzeit wird mit 14 bis 15 Monaten angegeben – wenn alles planmäßig läuft, denn jede Baustelle ist naturgemäß witterungsabhängig. Für den Zeitraum der Sperrung wurden verschiedene Umleitungsstrecken festgelegt. Für PKW führt die Umleitung über die Freiheitstraße, die B235 und die Römerstraße. Bialas‘ Bestattungsinstitut befindet sich an der Hebewerkstraße und damit an der B235. Diese Straße war schon lange ein verkehrlicher Knackpunkt und Rückstaus Richtung Datteln und zurück keine Seltenheit. Nun wird die Straße über Gebühr frequentiert. Nicht nur Ludger Bialas, sondern auch weitere Leser sowie CASNews-Redaktionsmitglieder machten diese Beobachtungen – auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten. Er habe gegen 10 Uhr einen Termin in seinem Henrichenburger Bestattungshaus gehabt und sei rechtzeitig aus Meckinghoven losgefahren. „Die Strecke beträgt rund drei Kilometer, und ich habe 25 Minuten gebraucht. Zum Glück hatte ich Kontaktdaten der Kunden, sodass ich sie anrufen konnte, um mitzuteilen, dass ich mich verspäte“, sagt Bialas.
Ist es also Zeit für einen Plan B? Das fragten wir die Stadtverwaltung. Bis dato wird dort jedoch kein Handlungsbedarf gesehen. „Die Verkehrsabteilung beobachtet die Verkehrssituation, die sich aus der Sperrung der Brücke ergibt, durchgängig. Bisher erweist sie sich außerhalb der Hauptverkehrszeiten so, dass momentan keine weiteren Anpassungen erforderlich sind“, heißt es aus dem Rathaus.
Parken auf den Seitenstreifen im Bereich Henrichenburger Straße und Hebewerkstraße nicht mehr erlaubt
Anpassungen gab es mit Beginn der Sperrung an anderer Stelle: Im Bereich Hebewerkstraße und Henrichenburger Straße ist es nun untersagt, auf den Seitenstreifen zu parken. Entsprechende Schilder wurden aufgestellt und gelten seit dem 1. Oktober. Eine weitere Beschilderung macht zudem darauf aufmerksam, dass die Seitenstreifen nun als „Freihaltestreifen für Einsatzfälle“ dienen: „Im Einsatzfall zur Seite fahren. Rettungsfahrzeugen und Feuerwehr Durchfahrt ermöglichen.“
Die zuständige Verkehrsabteilung des Ordnungsamtes habe sich bereits im vergangenen Jahr mit der Feuerwehr abgestimmt, dass entlang der B235 beidseitig zwischen Recklinghauser Straße und A2 sowie zwischen A2 und Döttelbeck-Brücke auf der östlichen Seite Halteverbote angeordnet würden. In Anbetracht der Gesamtumstände sei diese Variante die einzig umsetzbare Option, erklärt Stadtsprecher Michael Nickel gegenüber CASNews.
Dass Einsatzfahrzeuge die Strecke ohne Verzögerung passieren müssen, stellt Ludger Bialas nicht infrage. Aber was genau darf man nun und was nicht? Die Beschilderung an der Henrichenburger Straße gegenüber der JET-Tankstelle weist darauf hin, dass Be- und Entladen erlaubt ist. Sollten Anwohner aber beispielsweise einen Pflegedienst in Anspruch nehmen, würde das eingeräumte Zeitfenster nicht ausreichen, und Ausweichparkplätze gibt es in diesem Abschnitt nicht. „In diesem Bereich ist ausschließlich das Be- und Entladen erlaubt, um den Anwohnerinnen und Anwohnern entgegen zu kommen“, sagt Michael Nickel. Bei der Verkehrsabteilung habe sich bisher noch kein Pflegedienst gemeldet. „Sollte dort die Notwendigkeit für eine Ausnahmegenehmigung bestehen, würde sie ausgestellt werden.“
An der Hebewerkstraße gegenüber der STAR-Tankstelle stehen diverse Schilder – da kann man leicht den Überblick verlieren. In dem Bereich zwischen Kurze Straße und Kirchplatz dürfe auf dem Bürgersteig geparkt werden. „In diesem Bereich ist der Gehweg breit genug, um das Parken freizugeben“, fasst Nickel zusammen. Eine zeitliche Beschränkung der Parkdauer gebe es nicht.
„Der Bordstein ist in diesem Bereich so hoch, dass man sich die Räder kaputtfahren würde. Die einzige Möglichkeit ist, direkt an der Ecke Kurze Straße auf den Gehweg zu fahren, da der Bordstein dort abgesenkt ist“, sagt Ludger Bialas. Stünde dort bereits ein Fahrzeug, funktioniere dies jedoch nicht. Seit der Nichtnutzbarkeit der Henrichenburger Trauerhalle hält Ludger Bialas kleinere Trauerfeiern in seinem Bestattungsunternehmen ab. Vor der nächsten Beerdigung werde er die Kunden auf die Situation hinweisen.
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- Quelle(n):
Autor
Nina Möhlmeier
Freie Mitarbeiterin
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