„Die PARTEI“ kritisiert TuS Henrichenburg wegen Umgang mit einer AfD-Kandidatur
Satirepartei fordert klare Abgrenzung – Verein verweist auf politische Neutralität
- 13.08.2025 um 12:16
- Castrop-Rauxel
Seit März 2025 ist Lukas Balassas, der mittlerweile den Nachnamen Baumert trägt, beim TuS Henrichenburg als Funktionär für die sportlichen Belange der ersten Amateurfußballmannschaft zuständig. Baumert tritt bei der anstehenden Kommunalwahl für die AfD an.
In einem Wahlkampfvideo der AfD, in dem Baumert vor der Kamera sprach, ging es unter anderem um die geplante Einführung von ausschließlich halal-zertifiziertem Fleisch in den Mensen der weiterführenden Schulen in Castrop-Rauxel. Das Video stieß in den sozialen Netzwerken und in der Amateurfußball-Community auf teils deutliche Kritik; einzelnen seiner Aussagen wurde vorgeworfen, sie seien sachlich nicht haltbar. Die AfD löschte das Video kurze Zeit später.
Wie die Ruhr Nachrichten berichten, erklärte der TuS Henrichenburg auf Anfrage, man sei politisch neutral und der Funktionär habe sich im Rahmen seiner Vereinsaufgaben nicht politisch geäußert. Diese Haltung sorgt nun für Kritik der Satirepartei „Die PARTEI“.
In einer Pressemitteilung schreibt die PARTEI, sie habe „mit Verwunderung“ zur Kenntnis genommen, dass ein Funktionär des Vereins für die AfD kandidiere. Irritiert zeige man sich zudem darüber, dass der Betroffene in dem genannten Video habe auftreten dürfen. „Dass nun aber sein Verein […] sich vor eben jener sich selbst auferlegten Verantwortung wegduckt, indem er darauf verweist, dass er politisch neutral sei und sich eben jener Funktionär im Verein dahingehend nicht äußere, ist erschütternd“, heißt es in der Mitteilung.
Der "Generalsekretär" der PARTEI Castrop-Rauxel, Andreas Kemna, wird in dem Schreiben wörtlich zitiert: „Ein Pyromane hat bei der Feuerwehr ja auch nichts mehr zu suchen, auch wenn er nur privat zündelt und das bei der Feuerwehr ja artig unterlässt. Da könnte man ja auch einen Beigeordneten in der Verantwortung für das Ausländerwesen belassen, wenn er im privaten Rahmen rassistische Denkmuster offenlegt. Hat ja dann auch nix damit zu tun.“
Auch die Vorsitzende Nina Fürkötter kommt in der Mitteilung zu Wort: „Extremisten gehören isoliert und an den Pranger gestellt – im Zweifel auch gegen den Willen des Vereins. Letztlich kann man also nur jedem raten, einen solchen Verein zu verlassen, der bei der ersten sich bietenden Gelegenheit sein eigenes Leitbild einfach ignoriert und verrät. Dem Verein selbst empfehle ich, über einen Wechsel der Vereinsfarben nachzudenken: BlauBraun scheint doch passender zu sein.“
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- Quelle(n): Die PARTEI Castrop-Rauxel
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.
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