Alter Friedhof und Bebauung: Das Thema kochte 2015 bereits an anderer Stelle hoch
In Henrichenburg brachte die CDU seinerzeit Alternativvorschläge ein
- 19.05.2026 um 16:59
- Castrop-Rauxel
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Jetzt Newsletter abonnierenZwischen Karlstraße und Bochumer Straße liegt eine kleine Grünfläche. Ein Antrag der CDU-Fraktion zielt darauf ab, die Fläche in Altstadtnähe für Wohnzwecke zu entwickeln. Die Stadtverwaltung soll prüfen, wie eine Bebauung möglich ist, Gespräche mit Investoren führen und die rechtlichen Rahmenbedingungen klären. Im Vordergrund steht aus Sicht der Christdemokraten vor allem der Bedarf an Wohnraum – insbesondere an barrierefreien Wohnungen für ältere Menschen (CASNews berichtete). Der Bauausschuss (Betriebsausschuss 3) hat mit den Stimmen von CDU und SPD bereits grünes Licht für eine konkrete Prüfung einer Bebauung gegeben, und der Rat der Stadt wird dies in seiner Sitzung am Donnerstag (21. Mai) voraussichtlich ebenfalls mehrheitlich tun.
Die Pläne werden jedoch kontrovers diskutiert, denn bei dem im Fokus stehenden Areal handelt es sich um den ehemaligen Standort des ältesten katholischen Friedhofs im Castroper Stadtgebiet. Noch heute sind am Rand der Anlage einzelne Grabsteine erhalten. Im 19. Jahrhundert wurde der Standort aufgegeben und an die Wittener Straße verlegt.
Bebauung und alter Friedhof: Da war doch was? Dieses Thema kochte bereits zu Zeiten der Castrop-Rauxeler Ampelkoalition an anderer Stelle im Stadtgebiet hoch. 2015 wollte die AWO einen Kita-Neubau auf ehemaligem Friedhofsareal umsetzen. Die geplante „Überbauung“ des alten Friedhofs an der Hedwig-Kiesekamp-Straße in Henrichenburg sorgte für reichlich Diskussionen. „Aus Gründen der Pietät“ waren auch die Christdemokraten zunächst nicht „mit der Realisierung des Neubaus einer Kindertagesstätte auf eben diesem Gelände einverstanden“. Sie brachten Alternativvorschläge ein, die eine andere Lage auf der fraglichen Fläche vorsahen und eine Bebauung auf ehemaligen Grabflächen umgangen hätten. Letzten Endes wurden die Kita-Pläne aber wie geplant auf der alten Friedhofsfläche realisiert. Im Februar 2016 wurde der Beschluss des Stadtrates zur sogenannten Abrundungssatzung (sie war erforderlich, weil die Fläche im Außenbereich lag) mit großer Mehrheit (41 Ja-Stimmen) gefällt. Es gab neun Gegenstimmen – unter anderem von zwei CDU-Ratsmitgliedern aus Henrichenburg.
Rund 10 Jahre später soll wieder ein altes Friedhofsgelände bebaut werden. Nun wirbt die CDU für eine Bebauung, und die Grünen votieren dagegen. Wir nahmen das zum Anlass, mit Michael Breilmann zu sprechen, da der CDU-Fraktionsvorsitzende schon seinerzeit mit im Boot saß und im März 2015 eine Bürgerversammlung zum Thema „Überbauung des alten Friedhofs in Henrichenburg“ moderiert hatte.
„Es war damals ein Abwägungsprozess, und wir haben darüber diskutiert. Der Kita-Neubau war erforderlich. Am Ende haben wir uns innerhalb der Fraktion mehrheitlich dafür entschieden, die Abrundungssatzung mitzutragen. Zwei unserer Ratsmitglieder haben das anders gesehen“, blickt Michael Breilmann zurück.
Bei der nun im Fokus stehenden ehemaligen Friedhofsfläche an der Karlstraße kommt die Abrundungssatzung nicht zum Tragen, weil die Fläche schon im Innenbereich liegt – Paragraph 34 des Baugesetzbuchs (BauGB) regelt die Bebaubarkeit innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile (unbeplanter Innenbereich). „Wenn das Vorhaben sich einfügt, bedarf es laut Verwaltung keines politischen Beschlusses“, sagt Michael Breilmann. Um eine „gewisse politische Debatte“ zu erreichen, habe die CDU das Thema jedoch in die entsprechenden Gremien getragen. Es sei unstrittig, "dass wir altengerechten, barrierefreien Wohnraum benötigen".
Im Flächennutzungsplan sei das Areal als Wohnfläche ausgewiesen. Und die Kirchengemeinde St. Lambertus wolle die Fläche bereits seit Längerem verkaufen. „Wir haben das Gespräch mit der Kirchengemeinde gesucht, bevor wir den Antrag eingebracht haben. Die noch vorhandenen Grabsteine sollen auf den katholischen Friedhof gebracht werden, und es soll zudem eine Gedenktafel geben“, so Breilmann.
- Quelle(n):
Autor
Nina Möhlmeier
Freie Mitarbeiterin
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